Es war ein politischer Knalleffekt: Vergangene Woche wurde im Eibiswalder Gemeinderat trotz absoluter VP-Mehrheit nicht der "schwarze" Kandidat, sondern sein SP-Herausforderer Andreas Thürschweller zum neuen Bürgermeister gewählt. Auf ihn wartet viel Arbeit in der großen Gemeinde. Die "Steirerkrone" hat den neuen Ortschef interviewt.
"Krone": Herr Thürschweller, ist es für Sie nach wie vor ungewohnt, als Bürgermeister aufzuwachen?
Andreas Thürschweller: Die Wahl war sehr überraschend. Ich hatte dann aber ein Wochenende zum Nachdenken. Und jetzt lässt das Amt keine Zeit zum Überlegen mehr zu. Es gibt sehr viel Arbeit. Einiges ist liegen geblieben, wir hatten ja einen Monat lang keinen Bürgermeister (Andreas Kremser hat das Amt Ende 2016 zurückgelegt, Anm.).
"Krone": Was sind die wichtigsten Aufgaben für die restliche Legislaturperiode bis 2020?
Thürschweller: Wir arbeiten an einem Maßnahmenkatalog, den wir in zwei bis drei Wochen präsentieren wollen. Auf jeden Fall müssen wir das Budget sanieren. Wir möchten nicht mehr jedes Jahr bei der Landesregierung in Graz um Hilfe bitten.
"Krone": Die aktuelle Gemeinde Eibiswald ist durch die Fusion von sechs Kommunen entstanden. Ist dieser Prozess schon "verdaut"?
Thürschweller: Politisch sehen wir die Fusion positiv, aber natürlich gibt es noch einige Bürger, die sich benachteiligt fühlen. Ich muss meinem Vorgänger Andreas Kremser aber Rosen streuen, er hat sehr vieles eingeleitet, etwa die Angleichung bei Müll- und Kanalgebühren.
"Krone": Die SPÖ hat keine Mehrheit im Gemeinderat, bei der ÖVP spricht man von "Verrätern" in den eigenen Reihen. Wie wollen Sie angesichts dieser Situation künftig Entscheidungen durchbringen?
Thürschweller: Ich möchte mich vor jeder Gemeinderatssitzung mit der ÖVP und FPÖ zusammensetzen und Lösungen finden. Wir werden uns einen Schritt oder gar zwei auf die anderen Fraktionen zubewegen müssen - ich hoffe, die machen dasselbe.
Jakob Traby, Kronen Zeitung
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.