So, 22. Juli 2018

Brenner

19.07.2016 09:12

Grenzplan fordert erstes "Opfer"

Restaurant geschlossen! Wer sich dieser Tage am Autobahn-Grenzübergang Brenner stärken will, der muss wohl mit der Tankstelle nebenan vorlieb nehmen. Der Restaurant-Betreiber Rosenberger schloss nämlich vor wenigen Tagen seine Pforten. Hauptgrund seien die umfassenden Baumaßnahmen hinsichtlich der geplanten Grenzkontrollen - die Parkplatzsituation zwang zu diesem Schritt.

"Aufgrund der vorbereitenden Maßnahmen etwaiger Grenzkontrollen und der damit verbundenen negativen Parkplatzsituation können wir den Geschäftsbetrieb unseres Restaurants nicht aufrechterhalten" - Autofahrer, die derzeit mit knurrendem Magen vor den Türen des Rosenberger-Restaurants stehen, werden bitter enttäuscht. Die vielseits umstrittenen Grenzkontrollen, die es ja bisher noch nicht gab und die wohl auch in näherer Zukunft nicht stattfinden werden, haben ihr erstes Opfer gefordert.

Rund 40 Prozent Umsatzeinbußen

"Die Situation ist für unsere Gäste derzeit nicht zumutbar und schweren Herzens haben wir uns deshalb dazu entschlossen, den Geschäftsbetrieb einzustellen", erklärt Thomas Wollner, Geschäftsführer der Rosenberger-Gruppe, auf Anfrage der "Krone". Wegen der baulichen Vorkehrungen des geplanten Grenzmanagements, "die einen Großteil der Fläche des Parkplatzes vor dem Restaurant einnehmen", und der "nicht zumutbaren Verkehrsführung", würden viele Gäste an der Raststätte vorbeifahren.

Und das spiegle sich im Geschäft wider. "Im Vergleich zum Juli 2015 entstanden an den Urlauberwochenenden bis jetzt Umsatzeinbußen von rund 40 Prozent", ergänzt Wollner.

Wie es weiter geht, steht noch nicht fest - es gebe Gespräche mit der Asfinag und den Partnern vor Ort. Die 21 Mitarbeiter wurden in anderen Rosenberger-Restaurants untergebracht.

Bürgermeister glaubt an kurzzeitige Schließung

Überrascht zeigt sich der Bürgermeister der Standortgemeinde Gries, Karl Mühlsteiger: "Ich habe weder einen Anruf noch sonst irgendwelche Informationen vom Betreiber bekommen", schildert der Dorfchef. Er hoffe, dass die Schließung nur von kurzer Dauer ist.

Kontrollen am Brenner weiter in Warteschleife

Auch wenn die baulichen Maßnahmen an der Grenze schon getroffen wurden, Anlass für Kontrollen gebe es derzeit weiterhin nicht. Sollte ein Flüchtlingsstrom einsetzen, wäre Tirol bestens gerüstet. Man könne jederzeit auf Knopfdruck mit den Kontrollen beginnen, hieß es zuletzt immer wieder.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.