Mi, 22. Mai 2019
24.01.2016 19:24

"Krone" war dabei

So probt die SPÖ-Jugend für Akademikerball-Demo

Richtiges (linkes) Auftreten samt Sitzblockade für eine heiße Demo-Nacht auf der Straße gegen den Akademikerball will gelernt sein: In St. Pölten zeigte die Sozialistische Jugend, worauf es beim Protest gegen Burschenschafter ankommt. Auge in Auge mit der Polizei gelte es Ruhe zu bewahren, sich nicht zu Straftaten hinreißen zu lassen. Devise: lautstark, aber friedlich. Die "Krone" war dabei.

Ein schmuckloser Saal im zweiten Stock der SPÖ-Zentrale in Niederösterreich: Rund 20 junge Teilnehmer sitzen auf roten Sesseln. Essen Chips, Soletti. Lauschen den Ausführungen über die rechte Gefahr und die "bösen Burschenschafter". Hinterfragt wird nichts.

Gespannte Blicke auch, als der durch etliche Demo-Einsätze bestens geschulte Christoph Altenburger genau darlegt, welche Rechte Polizisten haben, was Demonstranten tun dürfen und wie man Anzeigen - etwa wegen Verstößen gegen das Verwaltungsrecht - bekämpft. Vor allem der Fristenlauf ist entscheidend.

Zum Schluss wird erklärt, wie man Autos oder Busse blockiert und sich von Polizisten wegtragen lässt, ohne sich strafbar zu machen. Praxis-Tipp: Immer schön die Hände hoch, um Gewaltlosigkeit zu signalisieren. Farbbeutelwerfen oder Phalanxbildung geht gar nicht. Zudem: warm anziehen. Mit nassen Schuhen blockiert's sich halt schlecht.

"Uns geht es darum, gegen den rechten Extremismus in den Köpfen zu demonstrieren", so SJ-Chefin Julia Jakob. Für die Studentin ist die Abgrenzung vom gewaltbereiten schwarzen Block aus Anarchos und linken Chaoten wichtig, wie die Zusammenarbeit mit der Polizei am Freitag. "Wir hoffen auf Deeskalation."

In Graz gab es jedenfalls bei der Kundgebung gegen den dortigen Akademikerball Samstagnacht fünf Festnahmen und Tumulte.

Aus dem Video-Archiv: Festnahmen und Verletzte rund um den Akademikerball

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