23.01.2016 09:49 |

Nachtleben in Kitz

Die ewigen Jagdgründe

Anmachen, aufreißen, abschleppen - so lautet das "Triple A" des Kitzbüheler Nachtlebens. "Krone"-Redakteurin Jasmin Steiner setzte sich auf einen Barhocker und wartete ab...

Männerüberschuss im Lokal Jimmy’s, etwa 60 Männer und zehn Frauen nippen an ihren Gläsern. Es dauert gefühlte 15 Sekunden, bis sich der Schweizer Matteo ein Herz fasst: Der muskelbepackte Tattoo-Fan fragt rundheraus: "Kannst du mich heute durch die Nacht führen?" Drei Minuten später weiß ich, dass der Skifan acht Kumpels dabei hat, einer davon ist Pilot. "Beim Abschlusstraining fliegen wir mit einem Hubschrauber die Streif hinauf. Ein Platz wäre noch frei - willst du mitkommen?" Es überrascht ihn, dass eine Frau diesem Highlight widerstehen kann. Danke für den Baccardi-Cola . . .

Großartig wie Bond

. . . und hereinspaziert ins Lokal "Stamperl". "Willkommen in meinem Leben. Ich bin verheiratet, aber mein Kumpel Stefan ist Single", überfällt mich ein Mittvierziger einen Meter hinter dem Eingang. Er hilft mir aus der Jacke - offenbar hat das Duo im halbleeren Lokal sehnsüchtigst auf irgendein weibliches Wesen gewartet. "James Bond" lautet die Aufreiß-Masche: "Ich war in Sölden und Obertilliach Fahrer des Regisseurs. Aber nicht wegen der läppischen 700 Euro pro Woche. Das Geld habe ich als Immobilienmakler in Stuttgart gar nicht nötig", sprudelt es aus Bartträger Stefan heraus. Ich komme weder zum Antworten noch zum Nachdenken - so großartig waren Stefans Abenteuer mit Daniel Craig & Co. Das Ganze gipfelt im unverfrorenen Angebot: "Willst du mein Skihaserl für die restliche Woche sein?" Trotz Champagner-Angebot sage ich dankend ab . . .

Hände statt Worte

. . . und dränge mich ins bummvolle Lokal "Fünferl". Im Gedränge herrscht hier das Motto: Weniger Worte, mehr Hände. Ein Schweizer Ex-Abfahrtsstar hat seine Freunde um sich geschart, einer davon versperrt mir den Weg zum WC: "Klo gehen musst du dir erst verdienen - zum Beispiel mit einem Tänzchen", provoziert ein etwa 50-jähriger Glatzkopf. Und untermauert sein Ansinnen mit seiner Hand an meinem verlängerten Rücken - danke, das war’s!

Eine Überraschung

Bessere Manieren hat da schon sein 27-jähriger Landsmann Nico: "Ah, du bist Journalistin. Da hast du sicher auch etwas im Kopf." (Es ist das einzige Mal in dieser Nacht, wo das eine Rolle zu spielen scheint). Mit Nicos Clique kann man Spaß haben, ohne dass ich mich gleich bedrängt fühle. Ein wenig durchatmen, denn die Gaffer rundherum sehen ein, dass ein Anmachversuch im Moment zum Scheitern verurteilt ist. Doch weiterhin prasselt ein Stimmengewirr auf meinen Kopf ein. Wieder werden mir binnen Minuten halbe Lebensgeschichten serviert. Das macht müde, eine lange Kitzbüheler Nacht geht zu Ende. Fazit: Es war ein Balzen um jeden Preis, ein Stakkato an Aufreißversuchen. Zur Ehre der Männerwelt sei gesagt: Wirklich bedrohlich war zum Glück keiner.

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