Islamische Schule

Schulgelder abgezweigt: Direktor unter Verdacht

Österreich
11.05.2006 19:46
Riesenwirbel um eine islamische Privatschule in Wien. Der immer in Maßanzügen gekleidete Direktor steht unter Betrugs-Verdacht. Es geht um mehrere hunderttausend Euro. Er soll teils Beträge der Sozialversicherung für die Lehrer - und womöglich auch das Schulgeld in die eigene Tasche gesteckt haben.

Unterrichtsministerium und Stadtschulrat sind jedenfalls alarmiert. "Wir haben mit der Schule ein Riesenproblem", so der Sprecher von Stadtschulrätin Brandsteidl. In einem 10-seitigen Mängelbeseitigungsauftrag stehen haarsträubende Details. So gebe es keine geltenden Lehrpläne, zudem seien mehr als 30 Lehrer unterversichert gewesen oder bei der Gebietskrankenkasse gar nicht angemeldet worden!

Und was mit den überwiesenen Sozialversicherungsbeiträgen von mehr als 130.000 Euro nur für ein Jahr - das Institut gibt es seit fünf Jahren (!) - passierte, ist ein Rätsel. Ebenso wohin das monatliche Schuldgeld von hochgerechnet mindestens 20.000 Euro für die 100 Mädchen und Buben im Monat floss. Zudem wurde ja auch das Gehalt der Lehrer vom Unterrichtsministerium bezahlt...

Fütterung wie im Waisenhaus
Dass an der Schule das Chaos herrschte, bestätigt auch ein früherer Lehrer: "Während der Herr Direktor wie der ,Schah von Persien" in Maßanzügen herumlief, waren die Türen kaputt und im Winter fiel die Heizung aus. Weil es teils keine Messer oder Teller gab, fütterten wir die Kinder wie im Waisenhaus ab."

Jetzt ermittelt die Justiz. Mittlerweile hat auch das Unterrichtsministerium reagiert. "Wir haben die Bezahlung der Lehrer eingestellt!", so Sektionschef Wolfgang Stelzmüller. Ebenso gestrichen wurde das Gehalt des Herrn Direktor (für ihn gilt die Unschuldsvermutung) von immerhin etwa 3500 Euro.

VON CHRISTOPH BUDIN, SYMBOLFOTO

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.



Kostenlose Spiele