13.05.2006 17:23 |

Gipfel in Wien

Sambakönigin flitzt durchs Gruppenfoto

Die 60 Staats- und Regierungschefs der EU, Lateinamerikas und der Karibik haben bei ihrem Gruppenfoto im Wiener Messezentrum unfreiwillig Aufputz bekommen. Die argentinische Sambakönigin Evangelina Carrozzo mischte sich in bester Flitzer-Manier im typisch sparsamen Karnevals-Outfit unter die Gipfelteilnehmer, um für Greenpeace gegen Papierfabriken in Südamerika zu protestieren.

"Nein zur Papierbrei-Verschmutzung", stand auf dem Transparent, das die spärlich bekleidete Frau den Staats- und Regierungschefs präsentierte. Diese delektierten sich sichtlich an dem Zwischenfall. Die feurige Schöne vom Rio de la Plata war mit einem Presseausweis an die tagenden Politiker herangekommen.

Schüssel mit Ergebnissen zufrieden
EU-Ratsvorsitzender Bundeskanzler Schüssel hat sich am Samstag "sehr zufrieden" mit den Ergebnissen des EU-Lateinamerika- Karibik-Gipfels in Wien gezeigt. "Das wichtigste Ergebnis war, dass jeder mit jedem reden konnte", so Schüssel. Bei dem Treffen seien auch neben der Entscheidung, Gespräche über ein Freihandelsabkommen aufzunehmen, sehr konkrete Ziele vereinbart worden.

Zudem konnte auf dem Gipfel auch der Konflikt um die Verstaatlichung des bolivianischen Erdgases - von der besonders Spanien und Brasilien betroffen sind - vorerst entschärft werden. Nachdem Boliviens Präsident Morales zu Beginn harte Töne gegenüber den ausländischen Konzernen in seinem Land angeschlagen hatte, zeigte er sich am Freitag dialogbereit. Beim parallel zum offiziellen Treffen stattfindenden Gegengipfel "Enlazando Alternativas 2" (Alternativen verknüpfen) hatte der venezolanische Staatschef  Chavez seinen großen Auftritt, bei dem er unter anderem gegen den US-Imperialismus wetterte.

Freihandelsabkommen als Ziel
Bei dem Treffen seien auch neben der Entscheidung, mit den zentralamerikanischen Ländern Gespräche über ein Freihandelsabkommen aufzunehmen, sehr konkrete Ziele vereinbart worden, wehrte sich der Bundeskanzler gegen Kritik, wonach der Gipfel mangelhafte Ergebnisse gebracht habe. "Vielleicht ist das nicht immer nach außen gedrungen." Man habe sich aber für den Weg der konkreten Arbeit entschieden, statt immer "nach draußen" zu informieren.

Am Freitag war das Schlussdokument angenommen worden. Darin wurden Verhandlungen zwischen der EU und Mittalamerika über die Schaffung einer Freihandelszone fixiert. Ähnliche Verhandlungen sollen mit der Andengemeinschaft stattfinden.

 

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