"Karmacode"

"Karmacode": Neues Album von Lacuna Coil

Musik
08.05.2006 22:04
Mal ganz ehrlich: Nach Verdi kam nicht mehr viel herausragende Musik aus Italien. Hier und da ein paar Schnulzen von Ramazzotti, Nek und Zuccherro, oder nervige Italo-Dance-Musik à la Eiffel 65. Italienische Bands der härteren Sorte suchte man hingegen vergebens. Mit Lacuna Coils "Karmacode" könnte dies der Vergangenheit angehören.
(Bild: kmm)

Seit 1994 machen die Italiener Musik, seit '96 unter dem Namen "Lacuna Coil". Zeit genug, um mit sämtlichen Metal-Größen - von Metallica bis Rob Zombie - auf einer Bühne gestanden zu haben und sich eine Fanbase zu erspielen. Der richtig große Durchbruch blieb ihnen trotz allem bislang verwehrt.

Dabei bringen die sechs Musiker alles mit, was es für einen kommerziellen Erfolg braucht: Eine mehr als attraktive Frontfrau, die obendrein auch noch gut singen kann, ins Ohr gehende Melodien, aber auch die nötige Härte, um die Metal-Fraktion zu begeistern. So bewegt sich das nunmehr dritte Studioalbum "Karmacode" abermals gekonnt zwischen den verführerischen Klängen von Sängerin Christina Adriana Chiara Scabbia (bereits der Name ist Musik) und den härteren Gesangsparts ihres männlichen Gegenspielers Andrea Ferro.

Schnell werden da Erinnerungen an Bands wie "Evanescence", "Within Temptation" oder "Nightwish" wach, doch "Lacuna Coil" klingen auf ihrem 13 Track starken Album so gar nicht nach typischem Gothic Rock. Im Gegenteil: Die Produktion klingt äußerst amerikanisch und weckt mit dröhnenden Bässen und fetten Gitarrenwänden Assoziationen an die Nu-Metaller von "Korn". Doch immer kurz bevor das Genick vom Mitnicken steif zu drohen wird, schwenken "Lacuna Coil" in eine andere Richtung um.

So einfach lässt sich "Karmacode" nun eben nicht in eine Schublade stecken: Neben dem gesanglichen Wechselspiel zwischen sanft und hart sorgen orchestrale sowie, und das ist neu, orientalische Klänge für die nötige Abwechslung. Ebenso mit im Gepäck: Wunderschön melodische Instrumentalnummern, oder - wenn es sein muss- auch ein ein Song mit italienischen Texten. Zum Abschluss gibt es ein zwar nicht gerade originelles, aber immerhin gut gemachtes Cover von Depeche Modes "Enjoy the silence".

"Karmacode" ist das bislang stärkste Album des italienischen Sextetts und bietet genau die richtige Mischung aus rockiger Härte und gefühlvollen, eingängigen Melodien. Der Erfolg dürfte sich damit wie von selbst einstellen, verdient hätten sie es allemal. Einziger Kritikpunkt: Die Produktion hätte ein Spur weniger steril ausfallen können.

Fazit: 8 von 10 nicht hässlichen Frontfrauen

von Sebastian Räuchle

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