27.02.2006 16:23 |

Verurteilung

Zwölf Jahre Haft für Vergewaltigung

Wegen Vergewaltigung einer 24-jährigen Kindergärtnerin ist ein 19 Jahre alter Bursch am Montag im Wiener Straflandesgericht zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Der Jugendliche weist bereits fünf Vorstrafen auf, u.a. wegen Raubes und Einbruchsdiebstahls. Als man ihm im Vorjahr einen Hafturlaub gewährte, verging er sich in Wien an der jungen Frau.

"Das ist richtig", bestätigte der 19-Jährige die Anklage. Vier Monate hätte er in der Justizanstalt Gerasdorf noch "offen" gehabt, als man ihm vom 13. bis zum 18. Mai einen Freigang zugestand. Anstatt bei seinem Onkel zu schlafen, zog es der 19-Jährige allerdings vor, bei einem Freund zu nächtigen, mit dem er bis in die Morgenstunden dem Alkohol zusprach und auch die angebotenen Drogen nicht ablehnte.

Wenige Stunden, bevor er wieder ins Gefängnis zurückkehren hätte sollen, kam der Jugendliche an einem Privatkindergarten vorbei. Es war knapp nach 6.00 Uhr in der Früh, eine junge Pädagogin war bereits anwesend. Sie saß im Gemeinschaftsraum, als der 19-Jährige plötzlich vor ihr stand und sie anherrschte: "Geh nach hinten!"

Er dirigierte sie in den Waschraum, zwang sie, sich niederzulegen, fesselte sie an den Armen, versperrte die Tür und verging sich an dem wehrlosen Opfer. Die junge Frau hat sich von den psychischen Folgen bis heute nicht erholt. Sie wird von Albträumen und so genannten Flashbacks geplagt, wurde gekündigt, nachdem sie nicht mehr aus dem Krankenstand zurückkehrte. Sie traut sich nicht mehr ohne Begleitung aus der Wohnung, hat dem Psychiater Meszaros zu Folge, der sie im Auftrag des Gerichts untersucht hat, eine schwere soziale Phobie und Angststörungen entwickelt.

Der 19-Jährige wurde zusätzlich zur Freiheitsstrafe in eine Anstalt für gefährliche Rückfalltäter eingewiesen, nachdem ihm in einem Gutachten "ein hochgradig aggressives Potenzial" bescheinigt worden war. Der Bursch erbat Bedenkzeit.

Foto: Symbolbild

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