Der alte Fiat Multipla zählt für viele zu den hässlichsten Autos aller Zeiten. Andererseits ist er mittlerweile auf dem Weg zu einer Art Kultstatus. Denn er war einzigartig. Und unglaublich praktisch. Diesen Geist greift Fiat nun wieder auf: mit einem kreativen Concept Car namens Multiplay.
Schon der Fiat 600 Multipla von 1956 brachte sechs Menschen auf nur rund 3,5 Metern Länge unter. Der berühmte – und wegen seines Designs mindestens ebenso berüchtigte – Multipla von 1998 bot sechs Sitze in zwei Reihen und blieb trotzdem unter vier Meter lang.
Der neue Multiplay übernimmt genau diese Idee: außen kompakt, innen maximal genutzt. Nur wird aus Raumökonomie diesmal zusätzlich Verwandlungskunst. Er ist Familienvan, SUV und Pick-up zugleich – er kann sein Heck-Oberteil auf Schienen verschieben. „Metamorfosi“ nennen sie diesen Trick.
In der geschlossenen Familienkonfiguration bietet der 4,45 Meter lange Italiener sechs Sitzplätze plus einen zusätzlichen flexiblen Platz. Wird mehr Ladefläche gebraucht, wandert das Heckmodul nach vorne und aus dem Auto wird ein viersitziger Pick-up mit offener Ladefläche.
Sogar der Heckspoiler macht mit: Er lässt sich drehen und wird dann zum integrierten Fahrradträger für bis zu zwei Bikes.
Sechs plus eins
Auch innen nimmt Fiat die Idee vom wandelbaren Familienauto ziemlich ernst. Der sogenannte „Petsenger Seat“ kann mehrere Rollen übernehmen: als Befestigungspunkt für einen Kindersitz, als Platz für ein Haustier, als kleiner Tisch oder als Ablage. Ein Teil des Polsters lässt sich sogar abnehmen und als Hundeleine verwenden, in der Tür steckt ein faltbarer Napf.
Das klingt zunächst nach Messe-Gimmick, passt aber ziemlich gut zum Grundgedanken des Autos: Nicht der Mensch soll sich an ein starres Innenraumkonzept anpassen, sondern das Auto an den Alltag.
Fiat nimmt dabei sogar die dritte Sitzreihe aufs Korn - normalerweise jener Bereich, in dem Erwachsene nur sitzen, wenn sie vorher etwas ausgefressen haben. Beim Multiplay soll hinten genug Platz für zwei Kinder und bei Bedarf sogar für einen Erwachsenen bleiben.
Der Beifahrer macht Pause
Und dann gibt es noch den „Sunseat“. Im Stand lässt sich der Beifahrersitz nach hinten drehen und nutzt dann das Armaturenbrett als Rückenlehne. So entsteht unter dem Panoramadach eine Art Liegesitz zum Lesen oder Herumlungern.
Beim Cockpit übt sich Fiat in Zurückhaltung. Das Display ist in das Armaturenbrett integriert und verschwindet bei ausgeschaltetem Auto aus dem Blick. Also einmal kein Bildschirm, der aussieht, als hätte jemand nachträglich ein Tablet auf die Mittelkonsole geklebt.
Die Karosserie ist knallgrün, innen dominieren Rot, Rosa und Türkis. Inspiration: eine Wassermelone im italienischen Sommer.
Fiat bezeichnet den Multiplay ausdrücklich als Ideenlabor. Er ist kein konkreter Ausblick auf ein Serienmodell. Auch zu Antrieb, Batterie, Leistung oder Reichweite nennt Fiat bislang keine technischen Daten. Es wäre schon übertrieben, eine etwaige Serienproduktion als fraglich zu bezeichnen.
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