Abnehmen, Muskeln aufbauen, Regeneration: Bezahlte Influencer verleiten mit Werbung für Peptid-Injektionen vor allem eine junge Zielgruppe zu höchst bedenklichem Leichtsinn. Kunden der dubiosen Onlineshops wissen um gesundheitliche und rechtliche Gefahren viel zu oft nicht Bescheid.
Dass auf der Video-Plattform TikTok, die großteils von Jungen genutzt wird, allerhand Unwahrheiten und Leichtsinn kursieren, ist nach Vorfällen mit Verletzten und Toten schon lange kein Geheimnis mehr. Nun gibt es den nächsten gefährlichen TikTok-Aufreger, vor dem die Watchlist Internet warnt.
Konkret tauchen immer mehr Videos auf TikTok auf, in denen Peptid-Injektionen beworben werden. Peptide sind Aminosäuren, die Wachstum, Regeneration, Stoffwechselprozesse oder die Hormonproduktion beeinflussen können. Bestimmte Peptide werden medizinisch eingesetzt und dabei gezielt unter ärztlicher Kontrolle angewendet.
Peptide werden für Muskelaufbau oder Abnehmen angeboten, oft ohne Rezept und ärztliche Begleitung.
Bei der Watchlist Internet warnt man vor gesundheitlichen und rechtlichen Folgen.
Herz-Kreislauf-Probleme, Hormonveränderungen
Unseriöse Onlineshops nutzen genau das aus: Sie bieten Peptide in Spritzenform an – ohne Rezept oder ärztliche Aufklärung. Gesundheitlich ist das bedenklich: Nebenwirkungen der Spritzen können hormonelle Veränderungen, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Hautreaktionen oder Infektionen durch unsachgemäße Injektionen umfassen. Die falsche Lagerung oder Anwendung kann ebenso Gesundheitsrisiken mit sich bringen.
Bis zu 3600 Euro Strafe droht für Einfuhr
Auch rechtlich drohen Probleme. Wer nicht zugelassene Arzneimittel aus einem Staat außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums einführt, riskiert eine Verwaltungsstrafe von bis zu 3600 Euro. Sendungen können zudem vom Zoll abgefangen werden.
Wie die Spritzen verheimlicht werden können
Influencer nutzen den Selbstoptimierungswahn dennoch aus – und geben teils sogar Tipps, wie die Spritzen vor den Eltern verheimlicht werden können. Die Onlineshops aus dem Ausland sind nur schwer greifbar – die Echtheit ihrer beigefügten Labortests oder Analysezertifikate darf bezweifelt werden.
Experten warnen eindringlich davor, Peptide ohne vorherige ärztliche Beratung zu verwenden, und davor, sie aus unbekannten Onlineshops zu beziehen. Eltern rät man dazu, ihre Kinder darüber aufzuklären, dass Influencer im Regelfall Geld für die Bewerbung von Produkten bekommen. Jenen ist dabei allerdings viel zu häufig egal, ob von dem beworbenen Produkt nun Gefahr ausgeht.
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