Das ändert sich

Kleine PV-Anlagen bekommen keine Förderung mehr

Wirtschaft
21.08.2026 17:17
Porträt von krone.at
Von krone.at

Wer 2027 eine kleine Photovoltaikanlage errichten will, soll dafür keine Förderung mehr bekommen. Stattdessen will die Bundesregierung die Fördermittel stärker in Richtung Stromspeicher lenken. Das Wirtschaftsministerium kündigte für das kommende Jahr eine umfassende Neuausrichtung der PV-Förderung an – auch das bisherige „First Come First Serve“-Prinzip soll fallen.

Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) verwies bei der Ankündigung auf den diesjährigen Hitzesommer. Gerade in den Sommermonaten komme es durch die starke PV-Erzeugung rund um die Mittagszeit zu einem Überschuss an günstigem Strom. Gleichzeitig steigen am Abend, wenn die Solarstromproduktion zurückgeht, Verbrauch und Preise.

Speicher sollen Stromspitzen abfedern
Wie groß die Unterschiede sein können, zeigte laut Ministerium der vergangene Samstag: Zwischen 10 und 16 Uhr lag der durchschnittliche Großhandelspreis demnach bei 14 Euro pro Megawattstunde. Am Abend waren es rund 180 Euro.

Mit mehr Speicherkapazität soll künftig mehr selbst produzierter Solarstrom über den gesamten Tag hinweg genutzt werden können. Gleichzeitig sollen die Stromnetze entlastet und die Abhängigkeit von teuren Importen reduziert werden.

Das Balkendiagramm zeigt die Entwicklung der Stromerzeugung in Österreich von 2004 bis 2024 nach Energiequellen. Wasserkraft bleibt konstant der größte Anteil, während Windkraft und Photovoltaik deutlich zunehmen. Besonders Photovoltaik steigt ab 2020 stark an. Quelle: E-Control.

Keine Förderung mehr für kleine PV-Anlagen
Die geplante Reform der EAG-Investitionsförderung sieht deshalb einen Schwerpunkt auf Energiemanagementsystemen und intelligenten Speichern vor. Auch die Nachrüstung von Speichern bei bereits bestehenden PV-Anlagen soll finanziell unterstützt werden. Für zentrale Komponenten aus europäischer Produktion ist zudem ein Bonus vorgesehen.

Für klassische kleine PV-Anlagen soll es hingegen künftig keine Förderung mehr geben. Weiterhin unterstützt werden sollen gebäudeintegrierte Photovoltaik, Agri-PV, Parkplatzüberdachungen, schwimmende PV-Anlagen sowie Photovoltaik an Lärmschutzwänden.

Ende der Förder-Hektik
Auch bei der Vergabe soll sich einiges ändern. Das bisherige „First Come First Serve“-System wird abgeschafft. Bei den vergangenen Fördercalls waren die verfügbaren Mittel laut Wirtschaftsministerium innerhalb weniger Sekunden beziehungsweise Minuten ausgeschöpft.

Künftig sollen Förderanträge erst nach der Installation und Rechnungslegung gestellt werden können – nach dem Prinzip des Handwerkerbonus. Der dritte und zugleich letzte Fördercall dieses Jahres am 8. Oktober soll allerdings noch nach dem bisherigen System abgewickelt werden.

Minister fordert Änderungen bei E-Control
Hattmannsdorfer fordert darüber hinaus Nachbesserungen bei den von der E-Control geplanten Kriterien für sogenannte „systemdienliche“ Speicher. Der Speicherausbau dürfe nicht durch zu enge Vorgaben ausgebremst werden, so der Minister.

„Wer das Netz entlastet, heimischen Strom besser nutzbar macht und Preisspitzen dämpft, muss dafür auch die richtigen Rahmenbedingungen vorfinden“, erklärte Hattmannsdorfer.

Lob für die geplante Neuausrichtung kommt vom Bundesverband Photovoltaic & Battery Austria (PV&B Austria). Geschäftsführerin Vera Immitzer betonte allerdings, entscheidend sei nun, dass aus der angekündigten Speicheroffensive auch konkrete Maßnahmen würden. Mit einer Änderung der Förderung allein sei es nicht getan. Auch steuerliche Erleichterungen müssten weiter diskutiert werden. Zudem seien E-Control und Netzbetreiber gefordert.

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