Zwei weitere Erkrankte gibt’s beim Legionellen-Ausbruch in Linz. Immer mehr Indizien führen zu einer großen Klimaanlage, die ein Stromnetzgebäude kühlt und Wassertröpfchen in die Luft befördert. Noch ist aber nichts fix, eine Gen-Analyse soll Klarheit bringen.
Zwei weitere Patienten, aber keine weiteren Todesfälle – inzwischen gibt’s 28 Betroffene des Linzer Legionellen-Ausbruchs. Drei von ihnen sind tot – zwei Über-80-Jährige mit schweren Vorerkrankungen, aber auch ein 56-jähriger Linzer, der physisch fit war. „Noch sind vier Patienten im Spital, aber niemand mehr auf der Intensivstation“, war der Stand am Freitagnachmittag.
„Keine Verbindung zum Rohrsystem“
Die Suche nach dem Ursprung des Übels, der die 27- bis 94-jährigen Betroffenen mit den Legionellen infizierte, ist noch nicht vorbei, doch rückt eine große Klimaanlage der Linz AG, die an der Wienerstraße das Stromnetzgebäude kühlt, immer weiter ins Zentrum. „Es handelt sich bei der betreffenden Anlage am Dach um einen Teil eines abgeschlossenen Kühlsystems, das vom Dach des Gebäudes bis zur Wärmepumpe und wieder zur Anlage am Dach führt. Das System ist getrennt vom Leitungssystem im Gebäude“, heißt es von der Linz AG, die auch die Funktionsweise erklärt: Um die Anlage am Dach beziehungsweise die darin befindlichen Rohre zu kühlen, wird Wasser aus einem Becken von außen auf die Rohre gesprüht. In diesem Wasserbecken in der Anlage am Dach wurden die Legionellen nachgewiesen. Sie wurde inzwischen mehrfach gereinigt und desinfiziert und des gibt keine Verbindung zum Rohrsystem.
Baustellenstaub unter Verdacht
„Inzwischen verdichteten sich Hinweise darauf, dass Verunreinigung durch Beton- bzw. Zementstaub von Großbaustellen in unmittelbarer Nähe der Anlage das Entstehen von Legionellen in der Anlage wesentlich begünstigten. Der Staub gelangte in die Anlage, setzte sich dort ab und beeinträchtigte negativ die Wirkung der automatisch periodisch durchgeführten chemischen Desinfektionen“, heißt es von der Linz AG, die um volle Aufklärung bemüht ist.
Antikörper passen
Die meisten der Erkrankten leben in der Nähe der Anlage oder sind hier zumindest unterwegs gewesen. Und bei mehreren Infizierten passt ein Antikörper, der sogenannte MAb-Typ, zu jenem, den auch der Legionellen-Stamm hat, der bei der Klimaanlage nachgewiesen wurde. Jetzt erfolgt noch eine Gen-Untersuchung, am Montag hofft man auf Ergebnisse.
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