Die Steiermark ist auch heuer wieder beliebtes Urlaubsziel. Gäste kommen zahlreich, doch beim Ausgeben sitzt der Euro nicht mehr ganz so locker.
Kaiserschmarren, Schnitzerl, Cordon bleu – Hundertfach und im Sekundentakt gehen die Gustostückerl in der beliebten „Schafalm“ auf der Planai aus der Küche Richtung hungriger Gast. „Wir können nicht jammern“, zieht Betreiber Reini Schütter erste Sommer-Bilanz.
Und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Höchstens ein ganz klein wenig.“ Das bezieht sich nicht auf die Anzahl der Urlauber – die Schladminger Region ist heuer trotz oder gerade wegen der Hitze bestens besucht, „es sind echt viele da!“ –, sondern darauf, wie viel sie ausgeben. „Die Gäste sind sparsamer geworden.“
Leute schauen mehr aufs Geld
Das bestätigt auch Tourismusverband-Chef Mathias Schattleitner: „Man spürt schon, dass der Euro nicht mehr so locker sitzt.“ Doch der erfahrene Touristiker kann nicht klagen: „Im Mai und Juni sind wir in die beste Saison jemals gestartet! Nach einem eher verhaltenen Juli-Anfang haben wir seit Mitte Juli sogar deutlich mehr Gäste als im Vorjahr.“ Der Vorteil sei auch die Schladming/Dachstein-Card, in der Ausflüge, Transporte etc. inkludiert sind. „Das macht Urlaub kalkulierbar – und das wird vielen immer wichtiger.“
Dass bei den Nebenkosten gespart wird, bemerkt auch Dieter Hardt-Stremayr, Chef von Graz-Tourismus. „Aber was in Graz ausgegeben wird, ist dennoch mehr geworden – zumal die Hotelkosten gestiegen sind. Endlich!“ Endlich? „Durch die Zunahme bei den Zimmern gab es teils Schleuderpreise. Dieser Kurs wurde korrigiert.“
Je internationaler das Publikum, desto länger die Planung – die Hitze hat uns zwar aus Deutschland und Österreich, aber sonst kaum Gäste gekostet.
Dieter Hardt-Stremayr, Graz Tourismuschef
Was dem Profi noch auffällt: „Transitgäste brausen nicht mehr so schnell wie möglich durch unser Land, sondern bleiben stehen – oder gar über Nacht.“ Dazu hat er sich die Gruppe der Polen einmal genauer angesehen: „Siehe da: Wenn für sie Hochsaison in Kroatien ist, steigt auch die Zahl polnischer Gäste in Graz.“
Graz-Tourismus verzeichnet starkes Plus
Seine erste Bilanz: „Wir hatten im Mai 6,1 Prozent mehr Nächtigungen, im Juni 8,1 Prozent. Mit dem Juli, sagt mein Bauchgefühl, werden wir ganz zufrieden sein.“
Und wie sieht es bei den Thermen in der Hitzewelle aus? „Wir haben zum Glück große Freibereiche und verzeichnen mit 1500 bis 1800 Gästen pro Tag einen ganz normalen Sommer“, sagt Philip Borckenstein-Quirini von der Therme Loipersdorf. „Solide“, aber „kein Sommer, bei dem wir himmelhoch jauchzen“.
Wenn die Weltlage prekärer wird und angesichts der aktuellen verheerenden Waldbrände im Ausland, dürfte die Steiermark für manche Urlauber noch umso mehr zum „sicheren Hafen“ werden. Doch abgerechnet wird am Schluss. Noch sei alles möglich, meint Steiermark Tourismuschef Michael Feiertag: „Wir halten wohl das hohe Niveau. Rekorde sind keine Selbstläufer.“
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