22.10.2014 15:21 |

Tragikomödie

"Hin und weg": Radtour in den Suizid

Die Suizide Prominenter wie des Fußballstars Robert Enke oder der Schauspiel-Ikone Robin Williams haben die öffentliche Diskussion zum Thema "selbstbestimmtes Sterben" immer wieder stark angeheizt. Nun überrascht der Spielfilm "Hin und weg" (Kinostart: 24. Oktober) mit einer tragikomischen Wortmeldung zum schweren Thema.

Erfolgsschauspieler Florian David Fitz ("Vincent will Meer") führt die auch mit Hannelore Elsner und Jürgen Vogel prominent besetzte Tragikomödie an. Er spielt den sterbenskranken Hannes, der seinem eigenen Tod entgegeneilt. Dazu nutzt er die alljährliche Radtour mit Freunden. Für ihn wird es die letzte sein. Doch das wissen außer ihm zunächst nur wenige, etwa seine Frau Kiki (Julia Koschitz).

Am Anfang steht die Verwunderung der Freunde - darunter der ruppige Michael (Jürgen Vogel) -, dass Hannes ausgerechnet nach Belgien will. Doch ein Essen bei Hannes' Mutter (Hannelore Elsner) erklärt warum: Der Mittdreißiger ist todgeweiht. Er leidet wie einst der Vater an der unheilbaren Krankheit ALS. Anders als der Vater aber will er kein langes Sterben erleiden - und in Belgien ist Selbsttötung auf Wunsch möglich. Deshalb die Reise ins westliche Nachbarland.

Das sagt "Krone"-Kinoexpertin Christina Krisch zum Film: Regisseur Christian Zübert ("Dreiviertelmond") offeriert uns einen auf weiten Strecken um Leichtigkeit bemühten Film, ohne den Ernst des Themas auszublenden. Sein Mix aus Roadmovie und verhaltener Tragikomödie verdichtet sich zu einem berührend-starken Ensemblestück, in dem ein jeder mit der eigenen Endlichkeit ringt und das letztlich als tieftraurige Ballade über den Wert des Lebens lange nachwirkt.

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