Vorstand wusste nichts

So kam es bei Traditionsklub zum Finanzchaos

Die Thematik rund um das Abspringen eines Geldgebers bei Salzburgligist Puch zieht weiter seine Kreise. Der Spielbetrieb in der Salzburger Liga sei zwar gesichert, doch die Kicker könnten den Tennengauern abhanden kommen. Wie der Verein überhaupt in die Schieflage geriet, weiß die „Krone“.

Vor wenigen Tagen sah bei Salzburgligist Puch noch alles rosig aus. Mit Topspielern wie Neuzugang Marinko Sorda wurden die Ziele für die kommende Saison hochgesteckt. Am Dienstagabend dann der große Knall nach dem Training: Ein Geldgeber sitzt in Hamburg im Gefängnis! Die Spieler können teilweise nicht bezahlt werden. Der Zerfall der Mannschaft droht!

Die große Frage, die sich viele im Salzburger Fußball-Unterhaus, besonders aber in der Tennengauer Gemeinde, stellen, lautet: Wie konnte es überhaupt so weit kommen?

Wie viele Spieler kann der Salzburgligist halten?
Wie viele Spieler kann der Salzburgligist halten?(Bild: Andreas Tröster)

„Die beiden haben das organisiert“
In den vergangenen Tagen stand Obmann Manfred Wallner immer wieder im Kreuzfeuer und äußerte sich zur aktuellen Situation beim FC Puch. Das frisch gewählte Vereinsoberhaupt soll laut „Krone“-Informationen mit dem Finanzcrash aber nur wenig zu tun haben. Den Deal mit dem Immobilienmakler, der in Hamburg wegen Veruntreuung festgenommen wurde, hatten Mittelfeldspieler Patrick Schober und Trainer Daniel Buhacek eingefädelt. „Die beiden haben das organisiert“, bestätigte Vorstandsmitglied Josef Penco. „Deshalb konnten wir den neuen Spielern mehr Geld anbieten.“

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Wir im Vorstand wissen bis heute nicht, was den Spielern versprochen wurde und wie genau die Gespräche mit dem Geldgeber verlaufen sind.

Vorstandsmitglied Josef Penco

Sowohl der Kassier als auch die übrigen Vorstandsmitglieder sollen über die genauen Zahlen allerdings nicht Bescheid gewusst haben. „Wir im Vorstand wissen bis heute nicht, was den Spielern versprochen wurde und wie genau die Gespräche mit dem Geldgeber verlaufen sind. Wir wurden also nicht informiert und dachten, dass das schon passen wird“, fügte Penco hinzu. Der Vorstand tappte also noch immer im Dunkeln und vertraute dem Duo quasi blind!

Vorstand will künftig Bescheid wissen
Sind personelle Konsequenzen in Puch nun die Folge? „Aktuell werden wir bei den beiden nicht reagieren. Sie haben dem Sponsor vertraut, haben sich einwickeln lassen und müssen aufgrund ihrer Unerfahrenheit jetzt Lehrgeld bezahlen und die Situation ausbaden“, verdeutlichte Penco. Der Vorstand stellte allerdings klar, dass man künftig über Verhandlungen mit Spielern und Sponsoren Bescheid wissen müsse.

Laut Penco sei der Spielbetrieb in der Salzburger Liga weiterhin gesichert. Die Spieler schauen sich jedoch, wie berichtet, bereits nach neuen Klubs um. „Am Montag wissen wir dann, wer wirklich bleibt oder geht.“

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