Die Anzahl jener Tiroler, die einen Firmenwagen auch in der Freizeit nutzen, hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Die Mobilitätsorganisation VCÖ ortet rund um das Thema „gravierende Mängel“ und fordert eine Reform.
Von Montag bis Freitag mit dem Auto anfallende Fahrten für die Firma bewältigen – und am Wochenende mit demselben Pkw auf zum Ausflug mit der Familie. Wie der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) vorrechnet, „wurden im Vorjahr laut dem Finanzministerium in Tirol 14.928 Firmenwagen von unselbstständig Beschäftigten privat genutzt“. Im Vergleich zum Jahr 2024 sind das um 1000 mehr und um 7400 mehr als noch 2015.
„Die Zahl privat genutzter Firmenwagen hat sich in Tirol binnen zehn Jahren verdoppelt“, verdeutlicht die Mobilitätsorganisation.
Während für die private Nutzung von Elektro-Firmenwagen ab 2027 ein Sachbezug eingeführt wird, wird der Sachbezug für Verbrenner-Firmenwagen nicht erhöht.
Michael Schwendinger
Anreiz für Anschaffung von E-Pkw sinkt
Rund um das Thema haben die Experten des VCÖ mehrere Kritikpunkte, die sie anbringen. Einer davon dreht sich um den Sachbezug. „Während für die private Nutzung von Elektro-Firmenwagen ab dem Jahr 2027 erstmals ein Sachbezug eingeführt wird, wird der bereits bestehende Sachbezug für Verbrenner-Firmenwagen von der Bundesregierung nicht erhöht. Damit sinkt der Anreiz für die Anschaffung von Elektroautos als Firmenwagen, was für die Energie- und Klimaziele kontraproduktiv ist.“
Es wird ein Anreiz gesetzt, mehr mit dem Auto zu fahren, anstatt auf die öffentlichen Verkehrsmittel umzusteigen.
Michael Schwendinger
Management profitiert, Sekretärin geht leer aus
Zweitens kritisiert der VCÖ, dass es sich beim privat genutzten Firmenwagen um ein Steuerprivileg handle, von dem in erster Linie Personen mit hohem Einkommen profitieren würden. „Nicht der Sekretär oder die Sekretärin kommt in der Regel in den Genuss eines Firmenwagens, sondern das Management des Unternehmens“, hält Michael Schwendinger dazu fest.
Drittens würde generell ein Anreiz gesetzt, mehr mit dem Auto zu fahren, anstatt auf die öffentlichen Verkehrsmittel umzusteigen.
VCÖ pocht auf eine Reform
Der VCÖ-Experte dazu: „Derzeit weist die Regelung zwei gravierende Mängel auf. Der Sachbezug beträgt selbst für Pkw mit hohem CO₂-Ausstoß nur zwei Prozent des Anschaffungspreises und ist mit 960 Euro gedeckelt. Zudem ist der Sachbezug gleich hoch, egal ob der Firmenwagen 7000 oder 30.000 Kilometer pro Jahr privat genutzt wird.“
Abschließend spricht sich Schwendinger deswegen für eine Reform aus, die die bestehende Deckelung abschaffen und die tatsächlich zurückgelegten Kilometer berücksichtigen soll.
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