Zweiter Renntag des Stockcar Racing Cups, in Natschbach-Loipersbach wird am Samstag ab 11 Uhr wieder gedriftet bis sich die Räder biegen. Im ehemaligen Speedway-Oval treten bis zu 16 Autos gleichzeitig an. Bernd Herndlhofer führt der Top-Klasse namens Formel 2 – ausgerechnet der 38-Jährige sucht als Teamchef und Mitorganisator nach neuen Konkurrenten. Die „Krone“ stellte sich am Testtag der Herausforderung…
Sand steht in der Luft. Obwohl die Strecke unweit von Wr. Neustadt vor jedem Lauf von Speedway-Legende Günter Kwas gewässert wird. Wenige Meter nach dem Eingang findet man sich bereits zwischen den Rennautos wieder. Allerdings nicht in einer klinischen Atmosphäre wie in der Formel 1, sondern eher wie in einer Auto-Werkstatt. Dahinter gibt‘s ein paar Bänke und Verpflegung für die Zuseher und ihre Helden.
Das ist ehrlicher, einfacher Rennsport. Motorsport für jedermann, für die meisten Brieftaschen. Einsitzige Buggies für die sogenannte Formel 2, daneben alte, zerbeulte Straßenautos. Überrollkäfige und Gitter zum Schutz vor Trümmern sind Pflicht. Erinnerungen an die „Mad-Max“-Filme werden wach. Bloß, dass man hier herzlich empfangen wird.
Sogar 12-Jährige am Start
Und ohne Lizenz fahren darf, sogar 12-Jährige driften hier um die Siege mit. Für Interessierte gibt es die Testtage – da darf man sogar mit den Formel-2-Buggys fahren. Für wenige Euro sind ein paar Runden drinnen.
Wir setzen den Helm auf, schlüpfen akrobatisch in den Schalensitz, stecken das Lenkrad an, zurren die H-Gurte fest. Ein Vierzylinder aus einem amerikanischen 1970er-Jahre-Ford erwacht grollend zum Leben, der Schalthebel rüttelt zwischen den Beinen. Und die Knie werden erstmals weich. Gibt es Tipps? „Mit einer Hand lenkt es sich leichter“, versichert Champion Herndlhofer, „und wir bremsen eigentlich gar nicht.“ Meint er das ernst? Zu spät zum Nachfragen. Er gibt das Startzeichen.
180 PS unter dem Hintern
Das leichte 180-PS-Geschoss mit dem kurzen Radstand hängt gierig am Gas. Der Tritt auf die Bremse wird weniger schnell umgesetzt. Nach zwei Runden gegen den Uhrzeigersinn stellt sich das Vertrauen ein. Vollgas auf der Geraden, kurz an der Bremse tupfen, am Kurvenausgang wieder aufs Gas – und tatsächlich lässt sich der Buggy wunderbar durch die Kurve driften. „Du sitzt da genau über das Hinterachse, das Ding reagiert anders als ein normaler Hecktriebler“, hatte Gerald Koloc, Obmann des Stockcar Clubs Schwarztal, zuvor noch erklärt. „Am Gas bleiben“, hatte Herndlhofer auch noch geraten. Und Recht behalten.
Doch die gewasserte Sandbahn ist rutschig, die Reifenstapel links und die Mauer rechts kommen bei 80 km/h immer wieder unangenehm nahe. Kaum vorstellbar, wie das Rad an Rad mit 15 Gegnern in einem Grande Finale ist. „Kontakt ist durchaus gewollt“, verrät Bernd, „manchmal gibt es auch Überschläge.“
Driften wie der Champion
Angst macht einen aber auch nicht schneller. Also am Gas bleiben, eine Hand vom Lenkrad. Und siehe da: Der Champ hatte auch da Recht, das Driften geht so leichter von der Hand. „Für das erste Mal hast du das super gemacht“, lobt Herndlhofer. Beim heutigen Renntag schauen wir trotzdem lieber zu. Auch wenn Bernd sich noch mehr Konkurrenz wünscht, sogar die passenden Formel-2-Buggies dafür parat hat…
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