21.08.2014 11:37 |

Zustände aufgedeckt:

Büffelmozzarella fordert immenses Tierleid

Büffelmozzarella ist in vielen österreichischen Haushalten ein beliebtes Lebensmittel. Doch nur wenige Konsumenten wissen, welches Leid hinter dem Produkt stecken kann. Aktuelle Recherchen der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" haben brutale und illegale Tötungsmethoden der männlichen Büffelkälber und furchtbare Haltungsbedingungen der ausgewachsenen Büffel in italienischen Farmen aufgedeckt.

"Wir haben mit unseren Nachforschungen in der italienischen Region Kampanien begonnen, wo sich die meisten Büffelfarmen befinden. Bis vor einer Woche suchten wir über ein Dutzend größere und kleinere Farmen auf. Die tierquälerischen Methoden, die sich hinter diesem 'Premiumprodukt' verstecken, sind dort bedauerlicherweise Alltag", berichtet Gabriel Paun, Kampagnendirektor bei "Vier Pfoten".

Männliche Büffelkälber sind "Nebenprodukt"
Die Mehrheit der Büffel in Europa wird heute ausschließlich für die Milchproduktion verwendet. Die Tatsache, dass Büffelfleisch kaum konsumiert wird, macht die männlichen Kälber zu einem "überflüssigen Nebenprodukt": Sie werden gleich vor Ort mit brutalen und illegalen Methoden umgebracht – mit einem Hammer erschlagen, in einem Gülle-Tümpel ertränkt oder man lässt sie einfach vor den Augen ihrer Mütter verhungern.

Bedürfnisse der Büffel werden selten erfüllt
Die Büffelhaltung für Milchproduktion und Zucht wirft außerdem Herausforderungen für den Tierschutz auf: Büffel haben spezielle Bedürfnisse, auf die aber laut "Vier Pfoten" selten Rücksicht genommen wird. Sie haben eine dickere Haut und weniger Schweißdrüsen als Kühe. Es fällt ihnen daher schwer, ihre Körpertemperatur in heißen und feuchten Regionen wie Kampanien zu regulieren. Sie bräuchten zudem ein Schlammbad oder Wasserspritzanlagen, die es jedoch in den meisten Büffelfarmen nicht gibt.

Keine tiergerechte Haltung auf vielen Büffelfarmen
Oft seien die Farmen extrem überfüllt und böten keinen Zugang zu Grünflächen, so die Tierschützer. Die Tiere müssten sich auf einer dicken Schicht aus ihren eigenen Exkrementen bewegen. Einige Tiere hätten offene, unbehandelte Wunden und viele könnten nicht richtig gehen, weil ihre Klauen viel zu lang und ungepflegt sind. Die Tiere hätten keinen permanenten Zugang zu Trinkwasser und das Wasser sei fast immer verschmutzt. Sterbe eines der Tiere, müssten die anderen den Anblick und Geruch des toten Artgenossen oft eine Woche lang ertragen, bevor der Kadaver schließlich entfernt werde. Solche Praktiken förderten natürlich auch das Ausbrechen von Krankheiten.

Umfangreiche Veränderungen notwendig
Paun: "Die derzeitige Lage ist indiskutabel. Die Büffelfarmen und ihr Management müssen grundsätzlich verändert werden. Nur dann kann eine tiergerechtere Haltung und ausreichende Hygiene garantiert werden. Und nur so kann den Büffeln ihre Würde zurückgegeben werden."

"Enthüllung wird Feinschmecker erschüttern"
Büffelmozzarella findet sich in den meisten europäischen Supermarktketten in der Premium-Produktkategorie zu meist doppelt so hohen Preisen wie Kuhmilch-Mozzarella. "Diese Enthüllung wird Tierfreunde wie auch Feinschmecker gleichermaßen erschüttern. Das Premium-Image des Produkts und der hohe Preis erwecken den Eindruck, dass hier auch hohe Tierschutzstandards gelten. Tatsächlich ist das genaue Gegenteil der Fall", so Paun.

Supermarktketten sind gefordert
Die Tierschutzorganisation hat nun Mindestforderungen für Büffelfarmen erarbeitet, die über die EU-Gesetzgebung hinausgehen, und fordert die Supermarktketten auf, diese bei der Sortiment-Auswahl für Büffelmozzarella zu berücksichtigen. Die Mindestforderungen beinhalten etwa einen Stopp des brutalen Kälbertötens, regelmäßige Kontrolle, Pflege und medizinische Versorgung der Tiere, hygienische Haltungsbedingungen, Zugang zu Schlammbädern oder Wasserspritzanlagen sowie permanenten Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Mittels Petition können Sie von Supermarktketten die Durchsetzung besserer Tierschutzstandards bei den Farmen fordern: Infos unter www.vier-pfoten.org/buffalo.

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