Gesetz fehlt

Steirische Biogas-Anlagen in der Warteschleife

Steiermark
14.05.2026 05:00

Für heimische Biogas-Produzenten tickt die Uhr: Stromverträge laufen aus, und um grünes Gas ins Netz einzuspeisen, braucht es ein neues Gesetz. Dieses lässt noch auf sich warten.

Der Iran-Krieg hat dem Thema Unabhängigkeit von fossilen Energieimporten wieder aktuelle Brisanz verliehen. Ein Puzzleteil dazu könnte in Österreich grünes Gas aus heimischen Biogasanlagen sein, die derzeit noch vorwiegend Strom und Wärme erzeugen. Damit die Produzenten Methangas ins bestehende Erdgasnetz einspeisen können, braucht es aber eine gesetzliche Grundlage. Am sogenannten Erneuerbaren-Gas-Gesetz (EGG) wird zwar seit Jahren herumgedoktert, zuletzt ist die Umsetzung aber im Herbst 2024 mangels Mehrheit im Nationalrat gescheitert.

Gas einspeisen statt Strom erzeugen
Doch die Zeit drängt: Um die EU-Klimaziele zu erreichen, muss Österreich bis 2030 knapp zehn Prozent des gesamten Erdgasbedarfs aus grünem Gas abdecken. Dafür wurde bereits 2021 ein Gesetz verabschiedet, wonach alle bestehenden Biogasanlagen ab einer gewissen Größe, die im Nahbereich von Erdgasleitungen liegen, künftig Methangas einspeisen müssen, statt wie bisher Biogas für die Stromproduktion zu verbrennen. Und die entsprechenden Strom-Förderverträge laufen demnächst aus.

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Bei entsprechender Ausgestaltung nimmt das Erneuerbares-Gas-Gesetz den Gasabnehmern und dem Staat große Sorgen ab.

Hannes Hauptmann, Biogas-Verband

21 von 37 steirischen Anlagen sind davon betroffen, darunter auch jene von Bundes-Branchensprecher Hannes Hauptmann in Bad Blumau: „Momentan wird ein Entwurf zum EGG verhandelt, der soweit recht gut aufgesetzt ist. Wir hoffen auf einen baldigen Beschluss, um unsere Investitionen planen zu können.“

Fakten

  • Österreich verbraucht im Jahr rund 80 Terrawattstunden (TWh) Erdgas.
  • Bis 2030 sollen 6,5 TWh aus grünem Gas stammen, davon bis zu 5,5, TWh aus Biogasanlagen.
  • Mit den bestehenden und geplanten Anlagen könnten bis dahin 3 TWh erreicht werden. Langfristig seien 20 TWh möglich.

Investitionen bleiben im Land
Für die Umrüstung seiner Anlage rechnet Hauptmann mit etwa drei bis fünf Millionen Euro. Da grünes Gas teurer ist, braucht es eine Abgeltung über eine sogenannte Marktprämie. „99 Prozent der Investitionen bleiben bei heimischen Unternehmen und pro eingespeister Terrawattstunde entstehen 1000 Arbeitsplätze“, betont Hauptmann. Langfristig könne Grüngas in Österreich ein Viertel des Bedarfs decken – derzeit ist es nicht einmal ein Prozent. 

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