Bartagamen, Königspythons und Pfeilgiftfrösche unter einem Dach – und ein Kammersänger als Schirmherr. Das Haus des Meeres in Wien hat seine neue, moderne Auffangstation für beschlagnahmte und verwahrloste Exoten eröffnet. Ein Ort, an dem Tiere in Not nicht nur Pflege, sondern auch eine Zukunft finden.
Seit seiner Gründung im Jahr 1957 hat sich das Haus des Meeres in Wien-Mariahilf stetig weiterentwickelt. Aus einem einfachen Aquarium der Nachkriegszeit, dessen Scheiben einst aus ausrangierten Straßenbahnwagen gefertigt wurden, ist einer der meistbesuchten wissenschaftlich geführten Zoos Österreichs geworden. Der markante Flakturm beherbergt heute mehr als 10.000 Tiere – und seit Kurzem auch eine eigene Auffangstation für Reptilien und Amphibien.
Traditionshaus mit wachsender Verantwortung
Rund 40 moderne Terrarien bieten die Infrastruktur für das, was viele dieser Tiere dringend brauchen: Quarantäne, medizinische Versorgung, artgerechte Pflege. Das Spektrum der Bewohner ist bemerkenswert: Bartagamen und Geckos, Schlangen und Schildkröten, Pfeilgiftfrösche und Wirbellose – von Achatschnecken bis Vogelspinnen. Sie wurden beschlagnahmt oder ausgesetzt, oft von Haltern, die ihrer Verantwortung nicht gerecht wurden oder schlicht überfordert waren.
Prominente Patenschaft
Begleitet wird das Projekt von Kammersänger Clemens Unterreiner, Intendant der Oper Burg Gars und selbst langjähriger Ehrenpate im Haus des Meeres. Er sieht in seiner neuen Rolle als Schirmherr eine Verbindung zwischen Kunst und Natur: „Vielfalt ist ein Wert, der sowohl in der Kunst als auch in der Natur bewahrt werden muss“, betont er. Dass die Oper Burg Gars in dieser Saison Puccinis „Madama Butterfly“ auf die Freiluftbühne bringt, wirkt mit ihrer fernöstlichen Exotik wie eine zufällige, aber treffende Parallele.
Pioniere der Exotenpflege
Die neue Station ist Dr. Kurt und Evelyn Kolar gewidmet, deren lebenslange Leidenschaft der Pflege exotischer Tiere galt. Schon 1992 entstand in Zusammenarbeit mit Kurt Kolar – dem späteren Vizedirektor des Tiergartens Schönbrunn – im Vivarium eine erste Quarantänestation für beschlagnahmte und ausgesetzte Reptilien. Die nun eröffnete Einrichtung steht in einer langen Tradition und führt das Engagement der Pioniere fort, diesen stillen Tieren ein Stück Sicherheit und Würde zurückzugeben.
Hier steht jedes einzelne Tier im Mittelpunkt – mit seiner Geschichte, seinen Bedürfnissen und seinem Recht auf Fürsorge.
Jeff Schreiner, Zoodirektor Haus des Meeres
So können auch Sie helfen
Das erklärte Ziel der Auffangstation ist es, möglichst viele ihrer Schützlinge in fachkundige Hände zu vermitteln. Interessierte Tierliebhaber, die einem Reptil oder Amphibium ein dauerhaftes Zuhause geben möchten, können sich direkt an das Team wenden – und werden dabei vom Fachpersonal beraten. Wem das zu verbindlich ist, der kann alternativ eine temporäre Patenschaft übernehmen oder über die Homepage des Haus des Meeres einen Futterkorb für die Stationsinsassen zusammenstellen.
Fritz-Grünbaum-Platz 1, 1060 Wien (Esterházypark)
Öffnungszeiten: täglich 9 bis 20 Uhr
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