Fußball-Revolution?

Beben in Bischofshofen: Jetzt spricht Reiter!

Am Karfreitag hatte sich der Skiclub Bischofshofen um die Fußball-Infrastruktur der Stadt beworben. Am Dienstagnachmittag meldete sich nun der Verein zu Wort, der den Platz zumindest bis Ende Juni 2026 nutzen wird, und äußerte mehrere Vorwürfe. 

Zieht statt des Bischofshofen Sportklub 1933 bald der Skiclub Bischofshofen mit einer Fußball-Sparte am Sportplatz der Stadt ein? Das ist nach den Entwicklungen der vergangenen Woche nicht auszuschließen. Zur Erinnerung: Am Freitag hatte sich der SC Bischofshofen – federführend Raimund Unger – offiziell um die Infrastruktur beworben. Das Ziel? Den Nachwuchs wieder von ganz unten neu aufbauen.

Stein des Anstoßes war ausgerechnet SPÖ-Bürgermeister Hansjörg Obinger, der Unger laut Protokoll aus der Gemeindevertretersitzung im vergangenen Dezember jede Unterstützung zusicherte, sollte sich der Jurist bereit erklären, die Sache in Angriff zu nehmen.  

„Doppelrolle ist nicht vereinbar“
Am Dienstagnachmittag, also vier Tage nach der Veröffentlichung, meldete sich Westligist BSK zu Wort. Genauer gesagt Patrick Reiter, Geschäftsführer der BSK Polysport GmbH, die auf vielen Ebenen eng mit dem BSK verbunden ist. Dass Unger eine Fußballsektion gründen möchte, sei legitim, sagt Reiter.

Der Bischofshofener Sportplatz.
Der Bischofshofener Sportplatz.(Bild: Andreas Tröster)

Vorwurf entkräftet
„Nicht nachvollziehbar ist jedoch, dass ein örtlicher politischer Akteur mit Spitzenfunktion in seiner Partei (Unger ist ÖVP-Mandatar, Anm.), der gleichzeitig über die Vergabe mitentscheidet, sich selbst als Obmann eines konkurrierenden Konstrukts positioniert“, sieht der 53-Jährige eine Doppelrolle, die nicht zu vereinbaren ist. Auf „Krone“-Anfrage entkräftete Unger selbst den Vorwurf. Im Falle einer Abstimmung zwischen zwei Konzepten würde er daran nicht teilnehmen.

Reiter kritisiert aber nicht nur den Juristen, sondern auch den Skiclub. Dieser verfüge in diesem Bereich (Fußball, Anm.) weder über Kompetenzen noch über gewachsene Strukturen, auch nicht über nachweisbare Erfahrungen oder Erfolge im Fußballbetrieb, sagt der BSK-Macher, der selbst keine offizielle Rolle im BSK-Vorstand hat. Weiter: „Trotzdem wird Anspruch auf eine bestehende, funktionierende Infrastruktur erhoben.“

„Der BSK und Bischofshofen gehören zusammen“
Selbst pocht der Sportklub mit seiner Aussendung unter anderem auf die fast hundertjährige Geschichte, die Patrick Reiter selbst seit mehr als zehn Jahren maßgeblich mitgestaltet. Man stehe für Breite und Spitze, für Sport und gesellschaftliche Verantwortung und für ein funktionierendes System, sieht es der BSK, der unbedingt in Bischofshofen bleiben möchte. Und: „Der BSK und Bischofshofen gehören zusammen.“ Verbindliche Worte, die man in den vergangenen Jahren so überhaupt nicht gewohnt war. 

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