Die britische Regierung verweigert US-Skandalrapper Kanye West die Einreise nach Großbritannien, da seine Anwesenheit nicht dem öffentlichen Wohl dienlich wäre. Der 48-Jährige sollte im Juli am Wireless Festival in London auftreten. Dieses wurde nach der Entscheidung von den Organisatoren komplett abgesagt.
Auf der Instagram-Seite des mehrtägigen Festivals hieß es: „Da das Innenministerium YE die Einreise ins Vereinigte Königreich untersagt hat, musste das Wireless Festival abgesagt werden.“
Nach der Ankündigung von Yes Auftritt war eine Debatte angesichts seiner in der Vergangenheit getätigten antisemitischen und rassistischen Äußerungen aufgekommen. Von vielen Seiten wurde sofort ein Einreiseverbot für den Skandalrapper gefordert, das am Dienstag auch erklärt wurde. Premierminister Keir Starmer hatte die Planung zuvor als „zutiefst besorgniserregend“ bezeichnet. Sponsoren zogen sich von dem Festival zurück.
Gespräch mit jüdischer Gemeinde geplant
Kanye West selbst hatte wegen der Kontroverse angekündigt, sich mit der jüdischen Gemeinde in Großbritannien treffen zu wollen. „Ich weiß, dass Worte nicht ausreichen“, hielt er in einer Stellungnahme fest. Er müsse durch Taten zeigen, dass er sich verändert habe. „Mein einziges Ziel ist es, nach London zu kommen und ein Zeichen des Wandels zu setzen – indem ich durch meine Musik Einheit, Frieden und Liebe vermittle.“ Er wäre „dankbar für die Möglichkeit“, sich persönlich mit Mitgliedern der jüdischen Gemeinschaft im Vereinigten Königreich zu treffen. „Um zuzuhören“, sagte West.
Ein Lied mit dem Titel „Heil Hitler“
Der Rapper, der mittlerweile unter dem Namen Ye firmiert und in der vergangenen Woche in Los Angeles auftrat, hatte im vergangenen Jahr ein Lied mit dem Titel „Heil Hitler“ veröffentlicht. Anfang 2026 hatte er im „Wall Street Journal“ um Entschuldigung gebeten. „Ich bin weder ein Nazi noch ein Antisemit“, schrieb der Ex-Ehemann von Kim Kardashian und führte seine früheren Äußerungen auf eine bipolare Störung zurück.
Einer der Organisatoren des Wireless Festivals verteidigte die Entscheidung, den US-Rapper zu buchen. Was West in der Vergangenheit über Juden und Adolf Hitler gesagt habe, „ist für mich genauso abscheulich wie für die jüdische Gemeinschaft, den Premierminister und andere, die sich dazu geäußert haben – und, wenn man ihn beim Wort nimmt, inzwischen auch für Ye selbst“, schrieb Melvin Benn, Geschäftsführer von Festival Republic, in einer Stellungnahme an die Nachrichtenagentur PA.
Die Musik des Rappers werde in Großbritannien im Radio gespielt und sei über Livestreams und Downloads verfügbar, sagte Benn. West habe das gesetzliche Recht, „in dieses Land einzureisen und hier aufzutreten“. „Es ist vorgesehen, dass er kommt und auftritt“, sagte er. „Wir geben ihm keine Plattform, um irgendwelche Meinungen zu verbreiten, sondern ausschließlich, um die Songs zu performen.“
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.