Osterjause kann kommen

„Krone“-Fastenbilanz: Sieben Lehren für das Leben

Steiermark
04.04.2026 10:30
Porträt von Steirerkrone
Von Steirerkrone

Mit dem heutigen Karsamstag endet die Fastenzeit – und die Osterjause wird aufgetischt. 40 Tage Verzicht haben unseren „Krone“-Redakteurinnen und Redakteuren (zumindest großteils) gutgetan. Was sie aus den Wochen der Abstinenz mitnehmen.

Social Media, Süßigkeiten, Fleisch und sogar Stehen wurde bei uns in der Redaktion gefastet. Der Verzicht sorgte in den vergangenen Wochen im Arbeitsalltag für reichlich Gesprächsstoff, jetzt ist es Zeit, Lehren aus dem Fasten-Experiment zu ziehen.

Kampf gegen die Neugier
Zeitlimit statt Zeitfresser: Der neue Plan nach Ostern steht fest
Verena Schaupp: wieder digital sozial
Verena Schaupp: wieder digital sozial(Bild: Jürgen Fuchs)

Die Versuchung war groß und stets nur einen Klick entfernt. In sehr weiten Teilen habe ich mein Ziel geschafft. Ich freue mich aber ehrlich gesagt, nun mal sinnlos durch meinen Newsfeed scrollen zu können. Was mir der Verzicht sozialer Medien gebracht hat, waren mehr Ruhemomente im Alltag. Um diese beizubehalten, werde ich mir Zeitlimits auf den Apps setzen. Komplett verzichten möchte ich nicht – wegen meines Jobs und zugegeben der Neugier – doch ich will den Zeitfressern weniger Platz lassen, den ruhigen Augenblicken dafür umso mehr.

Ein „Not-Schnitzel“
Bewusster Verzicht auf Fleisch: Am schwersten war’s im Gasthaus
Schinken-Comeback bei Jakob Traby
Schinken-Comeback bei Jakob Traby(Bild: Handke)

Zugegeben, die deftigste Grillplatte hätte ich mir schon vor der Fastenzeit nie im Gasthaus bestellt. Dennoch war der Fleisch-Verzicht beim Auswärtsessen nicht so einfach – auch, weil die Alternativen auf den Speisekarten zum Teil noch immer mäßig attraktiv sind. Einmal habe ich „notgedrungen“ ein Schnitzel bestellt. Zu Hause und auch beim Jausnen fiel’s mir deutlich leichter, den Vorsatz umzusetzen. Es hat gut getan, auf etwas zu verzichten. Wir sind es ja gewohnt, alles jederzeit verfügbar zu haben. Dieses Bewusstsein will ich mir über Ostern behalten.

Das süße Leben
Fasten lehrte mir die Mäßigung: Genuss statt Gier als neues Ziel
Fanny Gasser: endlich Schokohasen
Fanny Gasser: endlich Schokohasen(Bild: Jürgen Fuchs)

Zugegeben, der Endspurt war härter als gedacht. Die steigenden Temperaturen machten Lust auf Eis und die Ostereinkäufe für die Nester von Nichten und Neffen lachten mir aus dem Regal entgegen. Auch, wenn ich durchgezogen habe, weiß ich: Auf das süße Leben möchte ich nicht dauerhaft verzichten. Was ich allerdings möchte: Süßigkeiten genießen, anstatt sie gierig hineinzufuttern. Mit dem Prinzip der Mäßigung überzeugten ja bereits die Stoiker. Mein Vorsatz nach Ostern: dreimal pro Woche gezielt etwas Süßes genießen.

Auf Herkunft schauen
Regional essen: guter Wille, aber die Krux mit der Bequemlichkeit
Fastenbrechen: Hannes Baumgartner
Fastenbrechen: Hannes Baumgartner(Bild: Jürgen Fuchs)

Weitgehend auf importierte Lebensmittel verzichten und „patriotisch“ essen: Klingt wesentlich einfacher, als es sich im Laufe der Fastenzeit herausgestellt hat. Nicht, dass ich unserer heimischen Kulinarik nicht zugetan wäre – im Gegenteil. Aber gerade beim schnellen Imbiss im hektischen Alltag oder bei verarbeiteten Lebensmitteln tut sich eine gewisse Ohnmacht auf. Und es offenbaren sich haarsträubende Absurditäten des globalen Handels. Trotz gestiegenem Bewusstsein muss jetzt erst mal Platz für gedankenlose Völlerei sein.

Körper und Kopf danken's
Pausen sind gut, Sport ist besser: Energiegeladen geht’s weiter
Sonnige Pause für Michaela Holzinger
Sonnige Pause für Michaela Holzinger(Bild: Jürgen Fuchs)

Für viele hat sich mein Fastenvorsatz leicht angehört. Zugegeben, auch ich dachte mir anfangs, dass ich mir die beste „Qual“ in der Kollegenschaft ausgesucht habe. Das Projekt ging rückblickend zwar leicht von der Hand, die Zeit- und Motivationsfindung für die vorgenommenen Sporteinheiten neben meinem Vollzeitjob gestaltete sich aber doch immer wieder als schwierig. Das schlechte Gewissen feierte also auch bei mir das ein oder andere Stelldichein. Und auch, wenn ich jetzt wieder entspannt die Füße hochlegen darf, sportlich geht’s dennoch weiter.

Morgensport bleibt
Auch Vollmond war kein Hindernis – gutes Buch besser als jeder Film
Burghard Enzinger: lesen statt TV
Burghard Enzinger: lesen statt TV(Bild: Jürgen Fuchs)

Mehr Sport, mehr Bücherlesen und weniger TV-Konsum. Mein Vorhaben für die Fastenzeit war jetzt keine großartige Herausforderung. Die morgendliche Laufeinheit, die beibehalten wird, war nur nach einer Vollmondnacht, in der ich kaum Schlaf fand, eine Herausforderung. Quasi auf allen Vieren schleppte ich mich zum Laufband. Abends blieb der Fernseher nicht immer, aber oftmals schwarz. Mir wurde wieder bewusst: Kein Film kann einem guten Buch das Wasser reichen. In eine andere Welt eintauchen, das geht nur beim Bücherlesen.

Ein erhebendes Gefühl
Standhaftigkeit mit Mehrwert: Von der Arbeitswelt ins Alltagsleben
Andreas Barth kürzte seine Sitz-Zeit
Andreas Barth kürzte seine Sitz-Zeit(Bild: Jürgen Fuchs)

Offenlegung: Dieser Text entstand teilweise im Sitzen. Während die ersten Wochen meiner selbst verordneten Steh-Kur im Büro durchwegs leichtfüßig von der Hand gingen, schlich sich zum Schluss der Schlendrian ein. Unterm Strich ist die Vorgabe aber übererfüllt: Neben dem Plan, die Fastenzeit in der Arbeit weitgehend stehend zu verbringen, hat sich die Kampfzone schrittweise ins öffentliche Leben ausgeweitet. Jetzt stehe ich auch in Bus und Bim, auch wenn noch Sitzplätze frei sind. Und diese Standhaftigkeit möchte ich nach Ostern beibehalten.

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