Super-G in Kvitfjell

Sofia Goggia jubelt über Tagessieg und Kristall

Ski Alpin
22.03.2026 11:45
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Sofia Goggia hat erstmals in ihrer Karriere die kleine Kristallkugel im Super-G gewonnen. Mit dem Tagessieg in Kvitjfell fixierte die Italienerin den Triumph in der Disziplin-Wertung. Die Schweizerin Corinne Suter raste am Sonntag auf Rang zwei, Kira Weidle-Winkelmann aus Deutschland wurde Dritte. Cornelia Hütter landete als beste ÖSV-Athletin auf dem fünften Platz.

Die 33-jährige Sofia Goggia hat am Sonntag erstmals im alpinen Ski-Weltcup die Super-G-Wertung gewonnen. Die vor dem Finalrennen in Kvitfjell 63 Punkte vor der Neuseeländerin Alice Robinson in Front gelegene Abfahrtsolympiasiegerin 2018 gewann auch das Rennen, es ist ihr dritter Saisonsieg. Dahinter landeten die Schweizerin Corinne Suter (+0,32) und die Deutsche Kira Weidle-Winkelmann (+0,60 Sek.). Die Steirerin Cornelia Hütter wurde als beste Österreicherin Fünfte (+0,84).

Das Ergebnis:

Im Ziel angekommen, lag die Olympia-Dritte auf Rang drei und durfte da noch auf den ersten rot-weiß-roten Weltcup-Saisonpodestplatz in dieser Disziplin bei den Frauen hoffen. Doch die letztlich viertplatzierte Deutsche Emma Aicher (+0,61) und Suter waren schneller als die 33-Jährige, deren Karriere-Fortsetzung noch offen ist. Teamkombi-Olympiasiegerin Ariane Rädler wurde Siebente (+1,19), Mirjam Puchner Zwölfte (+1,97) und Nina Ortlieb 21. (+2,67). 500-Punkte-Fahrerin Julia Scheib passte, die steirische Riesentorlauf-Wertungssiegerin klagte über Rückenschmerzen.

Sofia Goggia
Sofia Goggia(Bild: AFP/CORNELIUS POPPE)

Hütter pochte erneut darauf, dass ihr die frühlingshaften Bedingungen nicht so liegen. „Man spürt, dass das kein cooler, aggressiver Winterschnee ist, den ich so liebe. Aber ich habe es probiert und es zu 90 Prozent durchgezogen.“ Es ist ihr zweitbestes Super-G-Saisonergebnis, damit müsse sie zufrieden sein. Über Fortsetzung oder Ende der Karriere wolle sie entscheiden, wenn Ruhe reingekommen ist. „Es ist 50:50. Das Rennen fahren und das Attackieren macht Spaß.“ Manchmal, etwa in der Vorbereitung, sei es aber hart. „Deswegen möchte ich es ganz, ganz gründlich überdenken.“

Schlechteste Super-G-Saison für ÖSV-Frauen
Rädler meinte, sie merke, dass es im Super-G nicht so leicht von der Hand gehe: „Ich muss schauen, dass ich in den Kurven wieder besser werde.“ Ortlieb hingegen war ratlos, verzweifelt: „Es war eher ein Überlebenskampf.“ Erstmals seit der Saison 1996/97 blieben die Österreicherinnen im seit den Achtzigern im Weltcup gefahrenen Super-G ohne Top-drei-Rang. Damals hatte es immerhin einen vierten Platz gegeben, auch das blieb diesmal aus. Positiv aber eben, dass es im Zeichen der Fünf Ringe im wichtigsten Rennen dieser Saison mit einem Podestplatz geklappt hat.

Cornelia Hütter
Cornelia Hütter(Bild: GEPA)

Das Resümee des scheidenden ÖSV-Frauen-Cheftrainers Roland Assinger für den Speedbereich fiel zwiespältig aus. „Im Super-G durchwachsen, da war immer dieser Wurm drinnen – außer bei Olympia, was umso schöner war. Es ist nicht so leicht von der Hand gegangen. Das gilt es zu analysieren, um nächstes Jahr mit geballter Kraft zu kommen. Mit der Abfahrt kann man zufrieden sein.“ Für ihn sei der Zeitpunkt gekommen, ein neues Kapitel aufzuschlagen, bezog sich der Kärntner auf seinen Abgang. „Mit dem Kugelgewinn von der Julia hat es mir gesagt: ‘Roli, es ist Zeit.‘“

Für die Slowenin Ilka Stuhec war es das letzte Karriererennen. Als die 35-jährige Abfahrtsweltmeisterin von 2017 und 2019 nach 19 Weltcupjahren mit Nummer 3 gefeiert wurde, standen die Entscheidungen noch aus. Goggia ließ mit Nummer 8 aber kaum Fragen offen. Rivalin Robinson verpatzte ihre Fahrt und blieb als 16. (+2,41) gar ohne Zähler. Damit gehen beide Speed-Wertungen der Frauen in diesem Winter an Italien, die Abfahrtskugel hatte am Vortag nach ihren ersten, durchwegs nach Olympia eingefahrenen drei Weltcup-Siegen Laura Pirovona eingeheimst.

„Habe diese Kugel verdient“
Goggia hatte schon im Vorjahr zwei Kvitfjell-Podestränge verbucht und wusste daher um ihre gute Chance. „Aber wenn man Druck hat, muss man auch damit umgehen können“, sagte die Siegerin auch von Val d‘Isere und Soldeu im ORF-Gespräch. „Ich bin glücklich damit, was rausgekommen ist.“ Man müsse auch im Super-G abliefern können, wenn man eine komplette Skifahrerin sein möchte, nicht nur in der Abfahrt – da holte Goggia vier Kugeln. „Ich war im Super-G konstant diese Saison und habe diese Kugel verdient.“ 163 Punkte beträgt ihr finaler Vorsprung auf Robinson.

Corinne Suter, Sofia Goggia und Kira Weidle-Winkelmann (v.l.n.r.)
Corinne Suter, Sofia Goggia und Kira Weidle-Winkelmann (v.l.n.r.)(Bild: GEPA)

Aicher machte im Gesamtweltcup weitere 50 Punkte gut, die 22-Jährige liegt vor Slalom und Riesentorlauf am Dienstag und Mittwoch in Hafjell noch 45 Zähler hinter dem führenden US-Star Mikaela Shiffrin. Bitter für Aicher, dass sie am Sonntag zehn weitere Punkte nur um eine Hundertstel verfehlte. Shiffrin ist nun in der Gesamtwertung noch mehr als vorher Favoritin, bis auf einen zweiten Platz hat sie alle Saison-Torläufe gewonnen. In ihrem dritten Super-G dieser Saison blieb die 31-Jährige als 22. (+2,78) ohne Punkte. Nur die Top 15 erhalten beim Saison-Finale Zähler.

Shiffrin habe damit gerechnet, dass Aicher nach dem Speed-Doppel die Gesamtführung übernehme. „Aber es sind nicht so viele Punkte (Unterschied), es wird zwei wirklich starke Rennen brauchen.“ Sie sei trotz Müdigkeit dafür bereit. Bei weichen Bedingungen tue sie sich im Riesentorlauf schwerer. „Aber ich fühle mich im Riesentorlauf und natürlich im Slalom gut. Es darum, meine Energie zurückzubekommen, und dann in den zwei Rennen mein bestes Skifahren zu zeigen.“

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