Minimaler Zeitverlust

Bahntunnel mit Tempolimit verhindert Tunnelknall

Kärnten
12.03.2026 20:01

Das physikalische Phänomen des Tunnelknalls verlangt von Zügen auf der Koralmbahn, vor dem Granitztaltunnel die Geschwindigkeit zu drosseln – womit die ÖBB gerechnet haben.

Höchstgeschwindigkeit 250 km/h, in – laut ÖBB-Homepage – lediglich 41 Minuten von Klagenfurt nach Graz, und natürlich auch in die andere Richtung: Die neue Koralmbahn macht es möglich.

Nach 40 Jahren Planung und 27 Jahren Bauzeit führt sie über 100 Brücken und durch rund 50 Tunnelkilometer. Mit 33 Kilometern Länge ist der Koralmtunnel der sechstlängste Eisenbahntunnel der Welt. Probleme gibt es lediglich im 6,1 Kilometer langen Granitztaltunnel, der eine Verbindung der Tunnel Deutsch-Grutschen und Langer Berg ist. Dort käme es zum Tunnelknall, würde der Zug nicht das Tempo drosseln.

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Eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass dieses Phänomen auftritt, war bei der Planung klar. Der Unterschied ist aber gering: zehn Sekunden.

Rosanna Zernatto-Peschel, ÖBB-Pressesprecherin – unter anderem für Kärnten und die Steiermark

Statt seiner Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h darf er in diesem Tunnel lediglich 190 km/h drauf haben. Sonst würde die Luft, welche die Lok im Tunnel vor sich herschiebt, immer stärker verdichtet und am Tunnelende in einer Schockwelle aufgehen. Für Anrainer kann das Geräusch unangenehm sein, Reisende im Zug können den Druckwechsel an den Ohren spüren. Beides wollen die ÖBB nicht, also bremst jeder Zug vor dem Granitztaltunnel.

Tunnelknall verhindern
„Züge, die in St. Paul stehen bleiben, müssen ohnehin ihr Tempo drosseln, die anderen, die durchfahren, nun eben auch, um den Tunnelknall zu verhindern“, erklärt ÖBB-Pressesprecherin Rosanna Zernatto-Peschel.

Der zeitliche Verlust ist unmerklich gering: „Es geht quasi um nichts: um zehn Sekunden“, so Zernatto-Peschel, die erklärt, schon bei der Planung sei klar gewesen, dass eine gewisse Wahrscheinlichkeit für den Tunnelknall bestünde.

Keine nachträglichen Änderungen
Umbauten und Veränderungen, die den Tunnelknall verhindern könnten, seien nicht geplant. Beispielsweise begünstigen enge und glatte Tunnel sowie gewisse Lokdesigns den physikalischen Effekt; hier könnte man also ansetzen, was aber wegen der zehn Sekunden Tempoverlust wohl nicht verhältnismäßig ist. „Nein, es wird nichts mehr geändert“, so Zernatto-Peschel.

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