Ein Salzburger (85) wollte mit Schlafmittel in einem Getränk das Leben seiner Frau und sein eigenes nach 60 Ehejahren beenden. Für die Staatsanwaltschaft war es ein Mordversuch. Sie klagte nicht nur ihn an, sondern auch eine Pflegerin, die ihm die Tabletten übergab. Heute wird im Landesgericht Salzburg verhandelt.
Es ist ein unüblicher und höchst-tragischer Kriminalfall, über den heute Geschworene im Salzburger Landesgericht entscheiden müssen: Angeklagt sind ein gesundheitlich angeschlagener Salzburger Pensionist (85) und eine Salzburger Pflegerin (59), die dem Mann und seiner Ehefrau immer wieder geholfen hatte. Der Vorwurf lautet auf versuchten Mord.
Senior traf Entschluss für seine Frau
Im Hintergrund geht es um eine 60 Jahre andauernde Ehe, die Schwierigkeiten im hohen Alter und den Wunsch, den Tod selbst in die Hand zu nehmen. Der 85-Jährige traf laut Anklage den Entschluss, das Leben seiner demenzkranken Ehefrau und sein eigenes zu beenden. Dazu bat er die 59-Jährige um Hilfe, fragte sie um Schlaftabletten.
28 von ihm übergebenen 30 Stück des rezeptpflichtigen Mittels mischte er am 1. September 2025 in ein Getränk, nannte es einen „Gute-Nacht-Trunk“ und gab es seiner Ehefrau. Auch er selbst trank es.
Am nächsten Morgen fand eine Betreuerin den Senior und seine bewusstlose Gattin und setzte die Rettungskette in Gang. Das Ehepaar überlebte. Danach ordnete die Staatsanwaltschaft die Festnahme des Mannes an – und auch jener Pflegerin, die ihm die Tabletten überreicht hatte. Beide kamen in U-Haft.
Beitragshandlung durch Überreichen der Tabletten
Während der 85-Jährige die Zelle bereits Anfang Oktober verlassen durfte, befindet sich die 59-Jährige nach wie vor in der Justizanstalt. Ihr wird durch die Übergabe der Tabletten ein Tatbeitrag angelastet – auch ihr drohe eine Verurteilung wegen des Vorwurfs des Mordversuchs. Laut dem Gutachten eines Pharmakologen sei die Dosis sowohl beim Mann als auch bei der Ehefrau „potenziell tödlich“ gewesen. Bemerkenswert: Die Frau hatte eine viermal höhere Dosis intus.
Anwalt Michael Hofer verteidigt den 85-Jährigen, Kurt Jelinek die 59-Jährige. Die Ehefrau wird von Opfer-Anwalt Stefan Rieder vertreten.
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