




Am Frauentag, dem feministischen Kampftag, zog ein riesiger Demozug durch Wien, um auf die Benachteiligung von Frauen aufmerksam zu machen. Bei Reden und Performances forderten Aktivistinnen echte Gleichstellung sowie Schutz vor Gewalt. Auch politisch herrscht Einigkeit über weiteren Handlungsbedarf. Zudem bot die Stadt ein buntes Programm.
Auf dem Papier gelten die gleichen Rechte für Männer und Frauen, im Alltag zeigt sich oft ein anderes Bild. Wie schon in den Vorjahren ziehen deshalb an diesem Sonntag erneut tausende Menschen durch die Innenstadt. Treffpunkt war um 13 Uhr bei der Wiener Stadthalle am Vogelweidplatz, an dem Reden und Performances den Auftakt bildeten. Gegen 14.30 Uhr setzte sich der Demozug über die Burggasse in Richtung Heldenplatz in Bewegung. Zum Protest aufgerufen hatte die Initiative „Take Back the Streets“.
Laut den Veranstaltern richtete sich die Demonstration an alle, die „Wut, Verzweiflung und Liebe zur Gemeinschaft sowie den Willen zum Frieden durch Wien“ tragen wollen. „Schließt euch unserer Solidarität und Hoffnung an“, hieß es von den Aktivisten. Der Demozug fand seinen Abschluss am Heldenplatz und endete um etwa 19 Uhr.
„Extrem voll“: Riesiger Andrang bei Demo
Laut ÖAMTC waren rund 1000 Personen angemeldet. Teilnehmerinnen und Veranstaltern zufolge dürften es aber weit mehr gewesen sein, die sich ihren Weg durch die Innenstadt bahnten. Teilnehmer berichteten gegenüber der „Krone“ von einer sehr „friedlichen und ausgelassenen Stimmung“, immer wieder waren Sprechchöre durch die Menge zu hören. Es sei jedoch „extrem voll“ gewesen, wahnsinnig viele Menschen seien gekommen.
Zahlreiche Demonstrierende machten mit lautem Protest auf die Frauenrechte aufmerksam:





Entlang der Route von der Stadthalle über die Hütteldorfer Straße, Urban-Loritz-Platz, Gürtel, Burggasse, Bellariastraße, Ringstraße, Burgtor bis zum Heldenplatz kam es zu kurzfristigen Sperren und Verzögerungen.
Politik zeigt sich geeint: Gleichstellung bleibt Baustelle
Auch von politischer Seite wurden zum Frauentag Willensbekundungen laut. Die Parteien waren sich zumindest darin einig, dass auf dem Weg zur Gleichstellung noch einiges zu tun bleibt. Zudem äußerten sie parteiübergreifend Sorge über die zunehmende Gewalt gegenüber Frauen, wie aus den Aussendungen hervorging.
Ursprünglich entstand er Anfang des 20. Jahrhunderts aus Frauenprotesten für Wahlrecht, Arbeitsbedingungen und Gleichstellung.
Der Begriff „feministischer Kampftag“ macht deutlich, dass Frauenrechte hart erkämpft wurden und weiterhin verteidigt werden müssen.
Der Tag erinnert an historische Erfolge, zeigt aber auch bestehende Ungleichheiten auf.
Er steht für Gleichberechtigung, Chancengleichheit und Schutz vor Gewalt.
„Wir müssen Mädchen und Frauen in allen Lebens- und Berufsfeldern stärken“, forderte ÖVP-Frauensprecherin Juliane Bogner-Strauß. Sie betonte die Notwendigkeit von echter Wahlfreiheit bei Beruf und Familie, guten Bildungsangeboten, flächendeckender Kinderbetreuung und konsequentem Schutz vor Gewalt. Für die SPÖ-EU-Abgeordnete Elisabeth Grossmann sei der Weltfrauentag ein „Kampftag“: Er erinnere daran, dass Gleichstellung hart erkämpft werden muss. Zwar sei schon viel erreicht, doch der Kampf sei noch nicht vorbei. Weltweit sei zudem ein gefährlicher Rückschlag gegen Frauenrechte zu beobachten.
Es braucht echte Wahlfreiheit bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
ÖVP-Frauensprecherin Juliane Bogner-Strauß
Für die Freiheitlichen sprach die Wiener FPÖ-Stadträtin Ulrike Nittmann. Sie forderte, Frauenpolitik wieder stärker in den Mittelpunkt zu rücken: „Gerade am Weltfrauentag wird deutlich: Echte Frauenpolitik ist wichtiger denn je.“ Frauen seien etwa über den gesamten Lebensverlauf häufig finanziell benachteiligt.
Buntes Kulturprogramm rückt Frauen ins Licht
Neben politischen Statements und Forderungen machten zahlreiche Veranstaltungen die Leistungen von Frauen sichtbar. In der Wiener Staatsoper erhoben 2000 Frauen ihre Stimmen und sangen für Gleichberechtigung und Solidarität. Die Österreichische Nationalbibliothek widmete sich mit einem umfangreichen Programm den Leistungen und Errungenschaften von Frauen von der Antike bis in die Gegenwart.
Auch das Naturhistorische Museum (NHM) rückte Frauen in den Mittelpunkt und zeigte seine weibliche Seite. Das Mozarthaus Vienna widmete sich den Frauen im Leben des Musikers und dem gesellschaftlichen Frauenbild des 18. Jahrhunderts. Das jüdische Museum lud zu einem besonderen Rundgang mit dem Titel Frauensache(n).
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