Einigermaßen glaubwürdig hat uns Christian Stocker seinerzeit versichert, dass das Amt des Bundeskanzlers der Republik in seiner Lebensplanung ursprünglich wohl nicht vorgesehen war. Und nun ist er es bereits seit einem Jahr.
EINERSEITS stand sein Amtsantritt bekanntlich unter keinem sonderlich guten Stern. Zuerst musste er als Lückenbüßer für seinen bei den ersten Dreier-Verhandlungen gescheiterten Vorgänger Karl Nehammer einspringen. Dann musste er mit dem von ihm noch kurz zuvor heftig beschimpften FPÖ-Chef Regierungsverhandlungen mit der offensichtlichen Vorgabe führen, diese auch scheitern zu lassen. Um schließlich selbst Kanzler einer zur Krisenbewältigung verdammten, a priori glücklosen Regierung zu werden.
ANDERERSEITS hat Christian Stocker nun ein Jahr durchgestanden und er persönlich hat dabei keine schlechte Figur gemacht. Stiernackig seriös, Buddha-gleiche Ruhe ausstrahlend, scheint er selbst nichts als den politischen Vorruhestand anzustreben.
Die schrumpfende Wählerzustimmung für seine Partei und die von ihm geführte Bundesregierung kann er aber damit und mit den bisher eingeleiteten Reförmchen nicht drehen. Die großen und überaus schmerzhaften Reformen (Pensionen, Gesundheitswesen und Bildung), die nun kommen müssen und ohne die das Land nicht überleben kann, dürften Stockers Regierung wahrscheinlich noch unbeliebter machen. Und das ist sein strategisches Dilemma.
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