Welche Verbesserungen wird das neue Weingesetz bringen? Was sich die Winzer davon erwarten, war auf dem Weinbautag im Martinsschlössl in Donnerskirchen unüberhörbar.
Unsere Winzer blicken auf ein höchst zufriedenstellendes Geschäftsjahr zurück. Die Zahlen sprechen für sich: Laut aktueller Studie sichert die Weinwirtschaft mehr als 6000 Arbeitsplätze – das entspricht 4,2 Prozent aller Beschäftigten im Burgenland. Mehr als 246 Millionen Euro betrug 2025 die Bruttowertschöpfung – das sind 2,5 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung.
Mehr als acht Millionen Euro
„In keinem anderen Bundesland ist dieser Anteil höher“, betont Weinbaupräsident Andreas Liegenfeld. Dieser beachtliche Erfolg spült dem Finanzlandesrat mehr als acht Millionen Euro in die Landeskasse.
Vor mehr als 40 Jahren erschütterte der Weinskandal das Fundament der Branche. Die einzig richtige, politische Reaktion darauf war die Schaffung des strengsten, schärfsten Weingesetzes der Welt. Das Ziel war klar definiert: das verlorene Vertrauen der Konsumenten zurückzugewinnen. „Das ist uns eindrucksvoll gelungen“, können die Winzer voller Stolz Bilanz ziehen. Der österreichische Wein genießt heute weltweit einen Ruf für höchste Integrität und Qualität. „Auf diesem historischen Erfolg dürfen wir uns nicht ausruhen.“
Entwurf für Erneuerung des Weingesetzes
Im Mittelpunkt stand am Mittwoch die grundlegende Erneuerung des österreichischen Weingesetzes, das an das EU-Recht angepasst wird und die Herkunft (DAC) stärker in den Fokus rückt. Der Entwurf, der derzeit im Bund erarbeitet wird, soll in wenigen Monaten im Nationalrat beschlossen werden. „Wir befinden uns mitten in einer Zeitenwende. Jetzt müssen die richtigen Entscheidungen getroffen und zukunftsfitte, rechtliche Rahmenbedingungen für die Weinwirtschaft geschaffen werden“, erklärten Liegenfeld und Wein-Burgenland-Obmann Herbert Oschep nach arbeitsintensiven Gesprächen mit vielen Winzern.
Beide sehen die große Chance für das Burgenland, als „sympathische Marke“ künftig noch mehr Präsenz zu zeigen. Vorgeschrieben ist ab 2026/2027, regionale Weinkomitees durch Erzeugervereinigungen zu ersetzen. Die Gründung einer solchen Erzeugergemeinschaft als pannonische Visitenkarte ist in Donnerskirchen erfolgt.
„Stehen vor Schicksalsstunde“
„Die ,Burgenland-Pyramide neu’ soll sowohl die reiche Vielfalt des Angebots als auch die etablierten Regionen und die Lagen repräsentieren“, merkte Oschep an. Liegenfeld: „Mit dem für Herbst geplanten neuen Weingesetz stehen wir vor einer Schicksalsstunde. Viele Betriebe fordern zu Recht, dass die gesetzlichen Leitplanken endlich mit der gelebten Modernität im Keller und im Weingarten mithalten müssen. Das ist auch mein dringender Wunsch.“
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