Bei den Paralympics in Italien dürfen Athleten aus Russland und Belarus an den Start gehen. Weshalb gleich sechs Nationen sowie sämtliche Staatsoberhäupter die Eröffnungsfeier boykottieren. Markus Salcher sieht die Thematik kritisch: „Damit gibt man Russland eine Bühne. Das ist echt schwierig!“
Die Paralympics in Cortina drohen zu einer Politshow zu werden! Die Ukraine, Tschechien, Finnland, Polen, Estland und Lettland boykottieren die Eröffnungszeremonie in Verona am Freitag. Auch EU-Sportkommissar Glenn Micalef wird fehlen, mehrere Staatsoberhäupter haben ihre Teilnahme abgesagt. Der Grund ist, dass russische und belarussische Athleten bei den Spielen startberechtigt sind. „Man kann es niemandem verdenken, dass er deswegen nicht zur Feier kommen will“, meint Athletensprecher und ÖSV-Ass Markus Salcher.
„Sie dürfen ihre Fahne präsentieren“
Was das Ganze noch brisanter macht, ist, dass Russen und Belarussen nicht – wie es eben bei den Olympischen Spielen war – unter neutraler Flagge starten müssen. „Sie dürfen die Fahne präsentieren, ihre Hymne wird im Siegfall abgespielt. Das Urteil vom Sportgerichtshof CAS, dass sie teilnehmen können ist zu akzeptieren. Aber dass man im Internationalen Paralympischen Comitee darauf nicht vorbereitet war, ist völlig unverständlich! Daran sieht man, wie weit dort gedacht wird.“
Der Klagenfurter führt weiter aus: „Damit gibt man Russland eine Bühne. Das finde ich echt schwierig. Sportliche Erfolge werden zu hundert Prozent für politische Zwecke genutzt. Wie es auch schon bei Alexey Bugaev war!“
Russe bezeichnet Putin als „starker Leader“
Bugaev holte für sein Heimatland 2014 in Sotschi fünf Medaillen bei den Paralympics, zwei 2018 in Pyeongchang. Nach dem Erfolg in Südkorea posierte er für ein Foto mit Staatsoberhaupt Wladimir Putin. Die Bildunterschrift auf Instagram: „Ein starker Leader – Seelenfrieden für die Zukunft des Landes!“
Salcher: „Ich bin vor der Sperre (Anm. d. Red.: von November 2022 bis Dezember 2025 waren sie suspendiert) gut mit ihm ausgekommen. Das ist jetzt schon komisch, auch wenn man nicht weiß, ob er das Vorgehen von Russland gutheißt oder nicht!“
„Hat einen faden Beigeschmack“
Auf sportlicher Ebene hatten Russland und Belarus einen Vorteil. Sie mussten sich heuer nicht, wie alle anderen Athleten, qualifizieren. „Die Punkte von vor vier Jahren wurden eingefroren und nun hergenommen. Sie hätten es wahrscheinlich eh geschafft, aber es hat schon einen faden Beigeschmack“, meint der 34-Jährige, für den die Paralympics der Abschluss seiner Karriere sind. Am Sonntag geht es nach Italien. „Trotz der Thematik ist es Fakt, dass wir Sportler uns auf unsere eigene Leistung fokussieren müssen. Eine Medaille wäre ein Traum!“
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