Er kann ein mitreißender Einpeitscher sein. August Wöginger, den seine – vielen – Freunde nur Gust rufen, muss man bei Parteitagen der ÖVP erlebt haben. Wenn der Oberösterreicher am Pult steht, dann wächst er über sich hinaus, hat im Handumdrehen die türkis-schwarze Herde im Griff.
Der Gust, obwohl erst 51, sitzt bereits seit 24 Jahren im Parlament. Er hat nicht nur den Klub der ÖVP im Nationalrat im Griff, er ist auch wichtiger Querverbinder. Das ausgezeichnete Verhältnis zwischen ihm und seinem grünen Gegenüber Sigi Maurer hat, sagt man, das Überleben der Regierungskoalition von ÖVP und Grünen gesichert.
Dabei war es Wöginger, der vor der Regierungsbildung mit den Grünen noch im Interview festgestellt hatte, „es kann ja nicht sein, dass unsere Kinder nach Wean fahren und als Grüne zurückkommen. Wer in unserem Hause schläft und isst, hat auch die Volkspartei zu wählen.“
Sein Politikverständnis bringt ihn nun auch das zweite Mal vor Gericht: Denn weil er einem Parteifreund geholfen hat, Finanzamtschef zu werden, droht ihm jetzt nach der aufgehobenen Diversion im ersten Anlauf eine Verurteilung.
Seine vielen Freunde in der Politik würden bedauern, wenn sie Wöginger verlieren würden. Alle mögen Gust. Oder auch nicht: Denn das Volk hat schon gesprochen – und den bei seinesgleichen so beliebten Politiker auf den letzten Platz in der Vertrauenshitparade purzeln lassen.
Ein beinhartes Urteil.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.