Einen Tag nach dem Sprung auf Platz 20 im weltweiten Spitalsranking eröffnet das AKH Wien sein neues Stationsgebäude Süd. Der Neubau im Südgarten ist Startpunkt der umfassenden Sanierung der Bettentürme – bei laufendem Betrieb. Zugleich bündelt er zentrale Bereiche der Krebsmedizin.
Manchmal schreibt die Dramaturgie ihre eigenen Geschichten. Am einen Tag wird das AKH Wien als eines der 20 besten Spitäler der Welt geführt, am nächsten Tag eröffnet es ein Gebäude, das genau diese Ambition baulich untermauern soll. Geplant war diese zeitliche Nähe nicht – gefeiert wurde trotzdem.
Wichtiger Meilenstein für die Wiener
„Wir haben Sie heute eingeladen, um einen wichtigen Meilenstein herzuzeigen“, so AKH-Direktor Herwig Wetzlinger. Der Meilenstein steht im Südgarten: vier Geschoße, errichtet in Holzmodulbauweise, gefertigt in Weiz und nachts über die A2 nach Wien transportiert. „Das ist eine Besonderheit, die die Modulbauweise eben ausmacht“, so Wetzlinger. Kurze Bauzeit, hohe Präzision – und nun der Schlüssel für den großen Umbau. Kostenpunkt: 62 Millionen Euro. Die teilen sich Stadt (60 Prozent) und Bund (40 Prozent).
Hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel
Denn mit dem Stationsgebäude Süd beginnt die Sanierung der beiden Bettentürme. „Jetzt ist der Startschuss für die Sanierung des ersten Gebäudes“, betonte Wetzlinger. Modernisiert wird bei laufendem Betrieb. Station für Station, Ebene für Ebene. Ohne Ausweichquartier kein Fortschritt. Gesundheitsstadtrat Peter Hacker nannte den Neubau ein „Schlüsselereignis“. Bislang habe man Baustellen „vor der Tür oder neben der Tür“ gehabt. „Jetzt wird es wirklich im Haus spürbar werden“, kündigte er an. Das AKH, „das auch schon ein paar Jahre am Buckel hat“, werde nun technisch und organisatorisch in die Gegenwart geführt.
Bessere Vernetzung der Abteilungen
Im Inneren bündelt das Gebäude Onkologie, Hämatologie, Palliativmedizin und Strahlentherapie. 46 Zimmer mit 88 Betten stehen bereit, überwiegend als Ein- und Zweibettzimmer. „Das ist schon eine andere Qualität wie im Haupthaus“, sagte Wetzlinger – wohl wissend, dass der Bestand erst am Beginn seiner Erneuerung steht.
Auch das ökologische Signal ist gewollt. Photovoltaikanlage und Dachbegrünung sind Teil des Konzepts. „Wir stehen für einen nachhaltigen Bau“, erklärte Gemeinderätin Jing Hu. Das Haus sei flexibel geplant, damit Stationen je nach Baufortschritt ein- und aussiedeln können. „Das soll ein Ort sein, wo der Mensch im Mittelpunkt steht.“
Sanierung bei laufenden Betrieb
So wird aus einem nüchternen Funktionsbau ein politisches und bauliches Versprechen: Spitzenmedizin braucht nicht nur Applaus, sondern Platz, Technik und Struktur. Das neue Stationsgebäude Süd liefert genau das – und macht den Umbau des AKH deutlich sichtbar.
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