Das rein steirische Finale im österreichischen Cup wurde zu einem echten Krimi. Das mit den Volleyballern des UVC Graz einen verdienten Sieger hervorbrachte – der große Favorit TSV Hartberg wurde mit 3:2 niedergehalten. Obwohl die Sieger mit einigen Ausfällen zu kämpfen hatten, bei der Aufstellung improvisieren mussten.
Das hat es in der steirischen und österreichischen Volleyball-Historie noch nie gegeben. Im Cupfinale standen sich am Samstag in Amstetten mit den Herren vom TSV Hartberg und jenen vom UVC Graz erstmals zwei Steirer im Endspiel gegenüber. Mit klar verteilten Rollen: Die Oststeirer als klarer Favorit, die Grazer als Außenseiter. Wie schon im Halbfinale, als der vermeintliche Underdog den großen Favoriten sensationell rausgekegelt hat.
Die oststeirischen Fans mobilisierten noch fleißig, fuhren mit einem Fanbus nach Niederösterreich und machten auch mit Trommeln sowie Tröten ordentlich Stimmung. Mit 25:20 endete der erste Satz auch ganz nach ihrem Geschmack. „Unsere starken Blocks waren für Durchgang eins entscheidend, aber auch die Defensive ist stabil gestanden“, war Geschäftsführer Markus Gaugl zufrieden. „Wir haben die Grazer gut analysiert.“ Sogar noch in de Nacht, weil alle mit Aich/Dob als Gegner gerechnet hatten. „Wir haben aus dem Halbfinale viele Infos mitgenommen. Darum, und auch wegen dem starken ersten Satz, bin ich positiv gestimmt.“
Doch auch die Truppe von Trainer Zoltan Mozer hat sich gut vorbereitet, konnte mit einem 25:21 den Satzausgleich herstellen. Obwohl alle drei Liberos verletzt ausgefallen waren – daher spielte notdürftig Außenangreifer Felix Friedl auf dieser Position. Und er erldigte dies stark. Die Grazer schienen wie beflügelt, spielten befreit groß auf, holten sich auch Satz drei mit einem 25:23. „Mit dem Sieg im Halbfinale hat die Mannschaft einen extremen Push bekommen. Wir müssen Hartberg weiterhin unter Druck setzen, sie zum Nachdenken bringen“, hoffte Geschäftsführer Fred Laure, das richtige Rezept zu kennen.
Grazer zeigten keine Nerven
Mit den beiden Satzgewinnen schienen die Grazer aber einen schlafenden Riesen geweckt zu haben: Durchgang vier ging mit 25:11 an die Hartberger. Ein entscheidender fünfter Satz musste her. In dem setzte sich der UVC dann in der entscheidenden Phase ab. Gegen Aich/Dob brachte der siebente Matchball das große Glück, gegen Hartberg sorgten sie schon mit dem zweiten für den Sensationssieg. Mit dem die Grazer den zweiten Riesen zu Fall gebracht hatten und sich die Krone im Cup aufgesetzt haben.
„Wahnsinn! Wir können es noch gar nicht glauben. Wir waren der Underdog und haben vor dem Finale gesagt, dass wir es einfach genießen wollen. Dass am Ende dann wirklich der Sieg rausgeschaut hat, ist noch irrer, als es ohnehin schon zuvor war“, strahlte Kapitän Arwin Kopschar. Sein Gegenüber, Max Thaller, suchte enttäuscht nach den richtigen Worten: „ Ich habe eigentlich keine. Wir haben irgendwie den Kampf nicht angenommen, Graz hat zweimal mit viel Kampfgeist gewonnen. Wir haben das nicht geschafft. Das ist so bitter, weil wir uns so viel mehr erwartet haben“, meinte Thaller, der fair gratulierte: „UVC Graz hat sich verdient den Titel geholt. Gratulation!“
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