Heuer gibt es gleich zwei Zeiträume für die Steuerspartage bei der Arbeiterkammer, denn die Umstellung auf ID Austria bei FinanzOnline dürfte für Verzögerungen sorgen. Die AK ruft zum „Lohnsteuerausgleich“ auf: Es sei Geld, auf das jeder Anspruch hat – und jeder Euro zählt.
Seit 1989, seit die Arbeiterkammer den kostenlosen Steuerservice anbietet, hat sich im Steuerrecht und in der Abwicklung der Arbeitnehmerveranlagung, des sogenannten Lohnsteuerausgleichs, einiges verändert. Geblieben ist die Hilfe der Arbeiterkammer, die sich finanziell auszahlen kann.
Im Vorjahr gab es 33.756 Steuer-Beratungen für Kärntner AK-Mitglieder. „Diese Kärntnerinnen und Kärntner durften sich über eine Steuerrückzahlung von insgesamt knapp 13,4 Millionen Euro freuen“, ist AK-Präsident Günther Goach stolz, denn „Jeder Euro zählt!“ Und zu viel Geld bleibt liegen, weil Menschen keinen Steuerausgleich beantragen, obwohl sie Anspruch darauf haben. „25 Millionen Euro holen allein die Kärntnerinnen und Kärntner nicht ab“, so Goachs Schätzung.
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Günther Goach, AK-Präsident
Ein Vater hat mit der Hilfe der Arbeiterkammer eine Steuergutschrift von 3800 Euro bekommen: Er hatte bei der Arbeitnehmerveranlagung, oft Lohnsteuerausgleich genannt, die täglichen Fahrten zu einem lebensgefährlich verletzten Sohn ins Spital als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht. Das Finanzamt lehnte den Antrag ab. Durch das Steuerteam der AK Kärnten kam Bewegung in den Fall: Ärztliche Bestätigungen wurden vorgelegt. Der Kärntner erhielt eine Steuergutschrift in der Höhe von 3800 Euro.
Manch einer weiß nicht, was er geltend machen könnte, manch einer will sich die Zeit für den „Lohnsteuerausgleich“ nicht nehmen, fürchtet, es könnte kompliziert sein. Die Arbeiterkammer unterstützt und gibt Tipps. Belege sammeln muss man allerdings selbst das ganze Jahr über.
Nur mit ID Austria!
Und ab heuer ist auch notwendig, vor dem Besuch bei der AK einen funktionierenden ID Austria-Zugang zu haben, denn bei FinanzOnline braucht man seit Herbst des Vorjahres eine Zwei-Faktor-Authentifizierung. „Das klingt komplizierter als es ist“, so Jürgen Kopeinig, der Leiter AK-Abteilung Wirtschafts- und Steuerpolitik. „Wer bis März noch keine ID Austria hat, kann bis zu den Terminen im Mai ,aufrüsten’“, erklärt Kopeinig, warum es heuer erstmals zwei Zeiträume gibt.
Hilfe auf der BH und auf gewissen Gemeindeämtern
Wo einem beim Einrichten der ID Austria geholfen wird, hat das Innenministerium zusammengefasst auf https://www.bmi.gv.at/615/start.aspx
„Digital zu werden ist sinnvoll, es vereinfacht die Verwaltung, es ist eine Entlastung in der Bürokratie. Aber wichtig sind einfache Zugänge“, so Günther Goach, der erst in drei bis vier Jahren einen richtig lockeren Umgang mit ID Austria in Verbindung mit FinanzOnline erwartet.
Vier Experten in Klagenfurt und 18 in den AK-Bezirksstellen – insgesamt 22 Personen sind für die Steuerspartage abgestellt.
Jürgen Kopeinig, Leiter der AK-Abteilung Wirtschafts- und Steuerpolitik
In den Aktionszeiträumen der Steuerspartage gibt es ausgedehnte Beratungszeiten: Montag bis Samstag!
Am 2. März starten die heurigen Steuerspartage der Arbeiterkammer Kärnten. Heuer werden sogar zwei Zeiträume angeboten: von 2. März bis 3. April sowie von 4. bis 30. Mai.
Terminvereinbarung online unter kaernten.arbeiterkammer.at/steuer
oder in den Arbeiterkammer-Bezirksstellen per Telefon von Montag bis Donnerstag von 7.30 bis 16.30 Uhr sowie am Freitag von 7.30 bis 12 Uhr
oder per AK-Serviceline 050 477 – 3002
Hilfe in Form von Onlinerechnern, Formularen, Musterbriefen, Steuertipps, der Broschüren „Steuer sparen“, „Steuertipps für Eltern“, „Familienbonus Plus“ oder „Steuerrecht kompakt“ auf kaernten.arbeiterkammer.at/steuer
“Wohnraum ist knapp, es braucht also Anreize für die Wohnraumschaffung, aber die Kosten dafür und für die Sanierung sind seit Jahren nicht mehr absetzbar. Wohnraumschaffungskosten wieder absetzbar zu machen, ist ein Gebot der Stunde“, so Goach. Auch Kosten für private Kranken-, Unfall- und Lebensversicherungen müssen, so Goach, wieder als Sonderausgaben absetzbar sein. Ein weiteres Thema ist das Kilometergeld: „Statt des Pendlerpauschales braucht es einen kilometerabhängigen Absetzbetrag“, so der AK-Präsident. Er fordert auch eine inflationsangepasste Erhöhung des Kilometergeldes und eine kontinuierliche Anpassung an die Inflation.
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