Österreichs Basketball-Nationalteam bestreitet am Freitag (18 Uhr) in der Sport Arena Wien ein richtungsweisendes Heimspiel in der WM-Qualifikation. Ohne die Nordamerika-Legionäre um NBA-Star Jakob Pöltl müssen die Österreicher zum Auftakt eines Doppels gegen die Niederlande bestehen, um noch ins Rennen um die drei Aufstiegsplätze einzugreifen. Die zweite Chance auf einen Sieg bietet sich zwei Tage später (Sonntag, 14.30 Uhr) im Rückspiel in Den Haag.
ÖBV-Teamchef Aramis Naglic sieht den Gegner in der Favoritenrolle – nicht zuletzt, weil dieser in Gruppe F mit einem überraschenden 86:78 gegen Lettland bereits ein Spiel gewonnen hat. Die Österreicher dagegen unterlagen Polen wie auch Lettland. „Sie haben sicher einen Vorteil. Sie bringen auch ein stärkeres Team, als sie im Sommer gebracht haben“, sagte Naglic über die Niederländer. Damals hatte sich die ÖBV-Auswahl in der Vorqualifikation mit Pöltl daheim mit 83:70 durchgesetzt.
Ausfälle bei Rot-Weiß-Rot
„Es sind zwei sehr wichtige Spiele“, betonte Naglic, „aber ich bin positiv, besonders zu Hause. Wir werden gut vorbereitet sein, auch taktisch Antworten haben auf ihr Spiel.“ Mit Sylven Landesberg, Marvin Ogunsipe und Sebastian Käferle fehlen allerdings wichtige Akteure verletzt. Die langwierigen Ellbogenprobleme von Offensiv-Angelpunkt Landesberg bringen mehr Last auf die Schultern von Bogic Vujosevic und Daniel Friedrich. „Die Niederländer spielen mit riesiger Intensität und werden sie unter Druck setzen“, sagte Naglic über seine beiden Spielmacher.
Schlüsselakteure der „Oranje“-Auswahl sind die in der Türkei engagierten Yannick Franke und Point Guard Keye van de Vuurst. Vor allem Topscorer Franke gelte es in den Griff zu bekommen, meinte Naglic. Er selbst hofft in der Offense auf Rückkehrer Luka Brajkovic, der nach Verletzungen sein erstes Länderspiel seit über einem Jahr bestreitet. „Wir müssen einen Weg finden, unsere Inside-Spieler einzusetzen“, erklärte der Kroate, der auf Klub-Ebene den slowakischen Erstligisten Slovan Bratislava betreut.
Zurück im Team sind auch die jeweils 19-jährigen Zukunftshoffnungen Fynn Schott und Benjamin Schuch. Schott verpflichtete sich vor Kurzem ab Sommer mit den Utah Utes für jenes US-College-Team, für das einst auch Pöltl gespielt hatte. Naglic lobte vor allem den Charakter des 2,03-Meter-Mannes: „Er ist ein Krieger, der alle zusammenhält. Er gibt immer 100 Prozent.“ Auch Schuch ist bereits mit 17 Jahren nach Spanien übersiedelt und könnte von dort den Sprung nach Übersee wagen.
Hoffen auf Pöltl im Juli
Auch College-Spieler wie Aleksej Kostic stehen während der Saison nicht für das Nationalteam zur Verfügung. Bei Pöltl hofft Naglic auf das nächste und letzte Quali-Fenster Anfang Juli mit einem Heimspiel gegen Polen und einem Gastspiel in Lettland. „Wir werden sehen, wie sein Gesundheitsstatus ist“, erklärte der Teamchef. „Jakob ist natürlich ein Game-Changer – auf dem Spielfeld, aber auch mit seiner Persönlichkeit.“ Der Center der Toronto Raptors müsse aber auch seine weitere Karriere im Auge behalten.
Pöltl hatte zuletzt bis Mitte Februar 24 NBA-Partien in Folge wegen Rückenproblemen verpasst. „Es wäre für alle eine große Sache, wenn er im Sommer dabei ist“, meinte Naglic. „Es wäre großartig, wenn wir eine Chance hätten aufzusteigen.“ Dafür müsse man aber eines der beiden Duelle mit den Niederländern gewinnen. „Wir wollen uns die Tür aufmachen, im Juli um etwas zu kämpfen. Zu Hause ist alles möglich – vielleicht auch eine Überraschung.“
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