FPÖ-Obmann unerwünscht

„Erste Hilfe“ für die „Geisterstadt“ Mattersburg

Burgenland
26.02.2026 18:00

Am Mittwochabend lud Mattersburgs SP-Bürgermeisterin Claudia Schlager zu einem Unternehmerstammtisch, um gemeinsam zu überlegen, wie man die angeschlagene Wirtschaft in der Stadt wiederbeleben kann. Auch FP-Obmann Sascha Gerdenitsch hätte gerne mitgeredet. Doch er wurde vor die Tür gesetzt.

Einst war sie florierende Gastronomie- und Einkaufsstadt. Doch schon seit Jahren entwickelt sich die 7500 Einwohner zählende Bezirkshauptstadt Mattersburg im Burgenland immer mehr zu einem „Lost Place“. Laufend sperren Geschäfte und Lokale zu und stehen leer. Der Kaufkraftverlust setzt die amtierende SP-Bürgermeisterin Claudia Schlager freilich unter Druck. Mittlerweile fragen sich viele in der Region: Wie kann die lahme lokale Wirtschaft wiederbelebt werden?

Dieser Frage widmete sich am Mittwochabend auch ein Unternehmerstammtisch in der Stadt. Rund 40 Gewerbetreibende, Lokalpolitiker und Verwaltungsmitarbeiter folgten dafür der Einladung von Schlager und SP-Vizebürgermeister Thomas Nikles. Doch noch bevor die beiden ihre Lösungsvorschläge präsentierten, verließ FPÖ-Obmann Sascha Gerdenitsch schäumend die Bauermühle, weil er bei der geschlossenen Veranstaltung nicht zutrittsberechtigt war:

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Ich wurde aufgefordert, den Informationsevent sofort zu verlassen. Ein Witz, diese Hinterzimmerkultur! Wo ist da die Transparenz?

FP-Obmann Sascha Gerdenitsch

FP-Obmann Sascha Gerdenitsch wurde der Veranstaltung verwiesen.
FP-Obmann Sascha Gerdenitsch wurde der Veranstaltung verwiesen.(Bild: FPÖ Burgenland)

Alte Ideen, neu aufgerollt
Um einen Eklat und Schuldzuweisungen wegen des Stadtdilemmas zu vermeiden, mahnte Bürgermeisterin Schlager gleich im Vorfeld: „Bitte keine politischen Diskussionen!“ So schuf sie die Basis für einen durchaus vernünftigen Austausch.

Aber wie können die Probleme nun gelöst werden? Die budgetären Möglichkeiten seien begrenzt, schickte die Bürgermeisterin voraus. Einige Ideen hat sie dennoch. So etwa wurde seitens der Stadt die Neuauflage des „Mattersburger 10er“ mit der Aktion „Kaufe 10, zahle 9“ angekündigt. „Die neuen 10er können ab Anfang Mai als Wertgutschein mit einem zehnprozentigen Geldvorteil in der Gemeinde erworben und in teilnehmenden Betrieben der Innenstadt eingelöst werden. Diese Maßnahme schafft einen Anreiz für Kunden und eine indirekte Förderung“, betont Schlager. Um die Verweildauer in der Stadt zu steigern und die lahme Wirtschaft anzukurbeln, soll zudem eine „klimafitte Bepflanzung“ her.

Mattersburgs SP-Bürgermeisterin Claudia Schlager
Mattersburgs SP-Bürgermeisterin Claudia Schlager(Bild: Reinhard Judt)

Das wollen die Gewerbetreibenden
Die Unternehmer selbst nutzten den Abend, um Forderungen zu stellen. So etwa wünscht man sich mehr Marketing für den Standort, eine transparente Auflistung aller Unternehmen auf der Website der Stadt sowie Veranstaltungen, die für mehr Frequenz sorgen sollen.

Nicht nur in der Innenstadt, auch am Stadtrand stehen ganze Geschäftszeilen leer. Hier etwa sind ...
Nicht nur in der Innenstadt, auch am Stadtrand stehen ganze Geschäftszeilen leer. Hier etwa sind noch nie Mieter eingezogen.(Bild: Reinhard Judt)

Fehlt das Interesse?
Auf die Frage, ob sich auch die Bürger einbringen dürften, meinte Schlager, dass diese ihre Ideen im Rathaus deponieren sollen. Auch mit Kritik wurde nicht gespart: „Vertreter der Wirtschaftskammer und einer Oppositionspartei (Grüne, Anm.) haben leider trotz Einladung an diesem wichtigen Diskurs nicht teilgenommen“, bedauert Bürgermeisterin Schlager.

Auch ÖVP-Stadtrat Thomas Haffer will sich Lösungen für die ökonomische Rettung der Stadt ...
Auch ÖVP-Stadtrat Thomas Haffer will sich Lösungen für die ökonomische Rettung der Stadt überlegen.(Bild: ÖVP Burgenland)

So geht es weiter
Einen weiteren Unternehmerstammtisch zum Thema wird es in nächster Zeit nicht geben. Bei der Gemeinderatssitzung am 25. März will die SPÖ aber die Richtlinien für ihre Ideen beschließen. „Wir wollen im Vorhinein nichts verteufeln, werden aber auch eigene Vorschläge erarbeiten“, kündigt VP-Stadtrat Thomas Haffer an.

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