Viele Fragen rund um das Ableben des früheren Sektionschefs Christian Pilnacek werden wohl nie restlos geklärt werden können. Dass Pilnacek ertrunken ist, steht jedoch so gut wie außer Zweifel. Ein neues Gutachten der Oberstaatsanwaltschaft Wien bestätigt dies nun erneut.
Am Morgen des 20. Oktober 2023 wurde Christian Pilnacek tot in einem Seitenarm der Donau nahe seines Wohnhauses in Rossatz gefunden. Eine wenige Tage später durchgeführte Obduktion kam bereits damals zum Schluss, Pilnacek sei ertrunken.
Neben einem Unfall stand auch Suizid im Raum, Pilnacek war am Abend zuvor der Führerschein bei einer Alkoholkontrolle abgenommen worden. Ein Tötungsdelikt wurde bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt ausgeschlossen, Ermittlungen bezüglich einer vorsätzlichen Tötung wurden zwischendurch eingestellt. Die Oberstaatsanwaltschaft Wien gab allerdings den Akt zur Prüfung an die Staatsanwaltschaft Eisenstadt weiter, aktuell wird noch einmal geprüft.
Am Freitag teilte die OStA Wien mit, dass nun ein weiteres, gerichtsmedizinisches Gutachten vorliege, welches den Ertrinkungstod bestätige und zudem wird zitiert: „Nach Umständen und Befunden ist am ehesten von einem suizidalen Ertrinken auszugehen. Für einen Unfall oder ein Tötungsdelikt ergeben sich aus den Umständen und Befunden aus gerichtsmedizinischer Sicht keine Anhaltspunkte.“ Warum man eine Unfallthese ausschließt, wird nicht erläutert.
„Verletzungen ohne Stellenwert für Todesursache“
Das Gutachten wurde von der Staatsanwaltschaft Eisenstadt bei der Leiterin des Instituts für Gerichtliche Medizin der Medizinischen Universität Innsbruck in Auftrag gegeben: „Zur Frage der Todesursache von Mag. Pilnacek und zur Frage des Vorliegens eines allfälligen Fremdverschuldens.“
Weiters wird mitgeteilt: „Mag. Pilnacek wies verschiedene Verletzungen durch die Einwirkung stumpfer und schürfender Gewalt an sturz- und anstoßtypischen Prädilektionsstellen auf, die zwanglos mehrfachen Anstoß- oder Sturzgeschehen zuzuordnen sind. Es fanden sich keine Verletzungen an schlagtypischer Lokalisation. Es handelt sich um Bagatellverletzungen ohne jedweden eigenen todesursächlichen Stellenwert.“
Pilz-Vorwürfe gegen OStA Wien
Die Mitteilung der OStA Wien erging just einen Tag, nachdem Ex-Politiker Peter Pilz, der in seinem Online-Medium „ZackZack“ mehrfach die Causa Pilnacek behandelte, vor dem U-Ausschuss ausgesagt hatte. Pilz hatte der OStA Wien vorgeworfen, „Spuren zu verwischen“ und angekündigt, dass sich sein neues Buch, welches Mitte März erscheint, darum drehen werde.
Der ehemalige Grünen-Politiker, der selbst in zahlreichen U-Ausschüssen aktiv war, hatte mehrfach in den Raum gestellt, dass Pilnacek durch einen Unfall oder gar Fremdeinwirkung zu Tode kam. Am Donnerstag schraubte er seine Aussagen dahingehend zurück, dass es sich zumindest „um kein politisches Mordkomplott gehandelt habe“.
Auch hatte Pilz wiederholt die Arbeit der Staatsanwaltschaft Krems kritisiert, diese gar als „Schlafanwaltschaft“ bezeichnet. Dahingehend stellte die OStA Wien klar: „Die seitens der Staatsanwaltschaft Krems an der Donau in diesem Verfahren gesetzten Schritte sind – auch retrospektiv – in keiner Weise zu beanstanden, zumal Kriminalpolizei, Staatsanwaltschaft und Gericht bei der Ausübung von Befugnissen und bei der Aufnahme von Beweisen nur soweit in Rechte und Pflichten von Personen eingreifen dürfen, als dies gesetzlich ausdrücklich vorgesehen und zur Aufgabenerfüllung erforderlich ist.“
Smartwatch-Auswertung „noch nicht abgeschlossen“
Was die Auswertung der Smartwatch von Pilancek angeht – einige Parlamentsfraktionen hatten kritisiert, dass diese Daten noch nicht vollständig vorliegen wurden – so teilte die OStA mit, dass diese Auswertung „noch nicht abgeschlossen“ sei.
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