Zwei Autohäuser tappten in eine perfekt inszenierte Falle und verloren insgesamt mehr als 158.000 Euro. Rasch wurde der mutmaßliche Drahtzieher der Betrügereien ausgeforscht und festgenommen. Vor Gericht stellte sich nun aber heraus – er ist der Falsche.
Für neun heiß begehrte und in Österreich restlos vergriffene Suzuki-Geländewagen überwiesen ein Autohändler aus Tirol und einer aus Salzburg satte 158.200 Euro – geliefert wurde bis dato kein einziges Auto.
Name vom Angeklagten tauchte über auf
Vor Gericht in Innsbruck musste nun der mutmaßliche Drahtzieher hinter dem Betrug Platz nehmen. Der Name des 32-jährigen Slowaken tauchte nämlich auf sämtlichen WhatsApp, E-Mails und Kontodaten auf. Mehr als ein halbes Jahr saß der eigentlich als Hilfsarbeiter auf Baustellen arbeitende Mann in U-Haft. Doch er wehrte sich gegen die schweren Vorwürfe. „Es tut mir leid für die Händler, die viel Geld verloren haben. Aber ich bin unschuldig“, zeigte der Angeklagte Mitgefühl.
Mein Mandant wurde Opfer von Identitätsmissbrauch.
Verteidiger Adrian Gruber
„Auf der Anklagebank sitzt der Falsche“, meinte auch Verteidiger Adrian Gruber. Sein Mandant sei Opfer von Identitätsdiebstahl geworden. „Ein Bekannter hat mir angeboten, Miteigentümer bei einer Firma zu werden, die Autoersatzteile vertreibt“, erklärte der 32-Jährige. Dafür habe er bei einem dubiosen Anwalt oder Notar in Ungarn eine Unterschrift geleistet, das Unternehmen wurde dann aber nie gegründet.
Hoch professionelle Betrüger
Die geprellten Autohändler schilderten, wie professionell die Täter vorgingen: „Wir haben Rücksprache mit Importeuren gehalten und Fahrgestellnummern überprüft, aber nichts deutete auf einen Betrug hin.“
Freispruch dank gutem Alibi
Der Schöffensenat war am Ende überzeugt, dass der Angeklagte nichts mit der Abzocke zu tun hatte. Auch, weil der Slowake das Betrügerkonto an einem Tag eröffnet haben soll, an dem er in Haft saß. „Kein schlechtes Alibi“, sagte der Richter. Freispruch!
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