Neue Studie deckt auf

So machen soziale Medien unsere Kinder süchtig

Wien
10.02.2026 12:00
Porträt von Wien Krone
Von Wien Krone

Auf endloses Scrollen in diversen Plattformen fallen vor allem Kinder herein. Das und andere Tricks, um die Jüngsten in den sozialen Medien zu halten, deckt jetzt eine neue Studie der AK auf. 

Jeder kennt es: Eine Nachricht von Instagram oder Facebook poppt auf, ein Klick und man bleibt hängen. Gerade Kinder und Jugendliche reagieren besonders intensiv auf das gewollte Suchtpotenzial der sozialen Medien, wie eine Studie der Arbeiterkammer Wien (AK) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Höhere Studien (IHS) zeigte. 

Mittels eines wissenschaftlich fundierten Ampelsystems bewertete man erstmals große Social-Media-Plattformen nach Gefährlichkeit. Beide schnitten nicht gut ab: Bei Instagram und TikTok, die vor allem bei der Jugend sehr beliebt sind, wurden 44 bzw. 40 Designelemente als hochriskant eingestuft. Instagram wies nur zehn Faktoren im grünen und fünf Faktoren im gelben Bereich auf, bei TikTok seien es neun unbedenkliche Faktoren und zwei neutrale. 

Bedeutet konkret: „Ziel ist, die Aufmerksamkeit von Nutzern mit psychologischen Tricks möglichst lange an die Plattform zu binden“, erklärt Louise Beltzung von der Konsumentenpolitik der AK.

Dauerschleife Social Media 
Riskant seien vor allem die erzeugten Endlosschleifen. Ruft man eine App auf, gibt es de facto kein Seitenende. Auch das dauernde Aktualisieren durch das Herunterziehen mit dem Finger berge Suchtpotenzial. Das wirke nämlich wie ein Hebel an einem Spielautomaten.

Die Plattformen setzten zudem durch Benachrichtigungen auf künstliche Dringlichkeit. Algorithmen intendieren wiederum eine hohe Verweildauer. Welche Themen, die Kinder zu Gesicht bekommen, kann man dabei oft schwer kontrollieren.

Für besonders gefährlich erklärt die AK die mangelnden Altersfeststellungen. Eine weitere Studie ergab, dass Plattformen oft hochsensible Daten, etwa via Gesichtsanalysen, sammeln. 

Das von der Bundesregierung gewollte Social-Media-Verbot sei ein Anfang, aber „nicht die einzige Lösung“, heißt es. Vielmehr müssten auch die Plattformen von der EU in die Pflicht genommen werden. 

Was Eltern tun können 
Bis dahin sollten vor allem Eltern auf das Nutzungsverhalten ihrer Kinder achten. Die AK rät zu offenen Gesprächen mit den Kindern sowie zu altersgerechten Einstellungen, die die meisten Betriebssysteme ermöglichen. Es sollten nur wenige Apps installiert und die Benachrichtigungen gestoppt werden.

Außerdem: Eltern gelten als Vorbilder. Auch die eigene Bildschirmzeit sollte gezielt reduziert werden, um Kindern eine entsprechende Handhabung mit den sozialen Medien beizubringen. 

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