Weniger Aufgriffe, weniger Schlepper: Drei Jahre nach Gründung der „Operation Fox“ wird eine erfolgreiche Bilanz gezogen. Am Ziel sieht man sich aber noch lange nicht.
Windig und kalt ist es Dienstagvormittag in Gattendorf. An der Durchzugsstraße steht die Polizei und zieht Autos aus dem Verkehr. Es handelt sich nicht um reguläre Verkehrskontrollen, sondern um einen Schwerpunkt der „Operation Fox“ mit dem Fokus auf illegale Migration. Bei einem weißen Kleintransporter muss der Fahrer aussteigen und den Laderaum öffnen. Alles ist in Ordnung, er darf weiterfahren.
Kontrollen dies- und jenseits der Grenze
Auch wenn diese Kontrollen Teil eines Pressetermins mit Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) sind, zeigen sie, wie die Arbeit der „Operation Fox“ abläuft. Gemeinsam mit ungarischen Kollegen und der Unterstützung des Bundesheeres kontrollieren Polizisten in einem zehn Kilometer breiten Korridor dies- und jenseits der Grenze zu Ungarn.
„Spinnennetz“ an Grenze
„Wir haben eine gute Grundlage, welche Schlepperrouten es gibt und welche Fahrzeuge benutzt werden“, sagt Landespolizeidirektor Martin Huber. Durch Einvernahmen von Migranten, aus Erkenntnissen der „Operation Fox“ und durch ein „Spinnennetz“ an Kameras entlang der Grenze habe man einen guten Einblick in die Vorgehensweise der Schleuser.
Von 2000 auf 29 Aufgriffe
Das Ergebnis: 2025 konnten 30 Schlepper noch auf ungarischer Seite gefasst werden, im Burgenland wurden fünf gestoppt. Gleichzeitig ist die Zahl der Aufgriffe deutlich zurückgegangen: Während im Jänner 2023 im Burgenland noch rund 2000 Migranten aufgegriffen wurden, waren es diesen Jänner nur 29. Noch vor drei Jahren sei die Situation „besorgniserregend“ gewesen, meint Karner.
Niedrigster Wert seit 20 Jahren
Seit der Gründung von „Operation Fox“ seien die Zahlen massiv gesunken. Aktuell würden sich österreichweit 9700 Asylwerber in der Grundversorgung befinden – der niedrigste Wert seit mehr als 20 Jahren. Das bestätige, dass man den richtigen Weg eingeschlagen habe, so der Innenminister. Dennoch müsse weiter hart und konsequent in diese Richtung gearbeitet werden, um die „illegale Migration gegen null zu drängen“, so Karner.
Hightech erleichtert Überwachung
Derzeit stehen 29 Beamte bei der „Operation Fox“ im Einsatz. Bei Bedarf kann diese Zahl auf bis zu 60 erhöht werden. Es handle sich um speziell ausgebildete Kollegen, erklärt der Leiter des Grenzwesens in der Bundespolizeidirektion, Generalmajor Berthold Hubegger. Er kündigt an, dass die technische Ausrüstung, die bei den Kontrollen zum Einsatz kommt, weiter verstärkt werden soll. Dazu zählen insbesondere der intensivere Einsatz von Drohnen, mobilen Herzschlagdetektoren sowie des Autostoppgurt-Systems „Barracuda“.
Bundesheer zieht Soldaten ab
Das Bundesheer, das in dem Bereich mit der Exekutive zusammenarbeitet, wird hingegen fast die Hälfte ihrer Kräfte abziehen. Aufgrund der aktuellen geopolitischen Lage müsse sich das Heer auf seine Kernaufgabe – die Landesverteidigung – konzentrieren, so Militärkommandant Gernot Gasser. Ab Ende März sollen statt 270 nur mehr 150 Soldaten im Burgenland im Einsatz stehen und die Polizei vor allem in den Bezirken Neusiedl sowie Oberpullendorf unterstützen.
Kritik von SPÖ und FPÖ
SPÖ-Klubchef Roland Fürst bezeichnete den Ministerbesuch unterdessen als „PR-Show“: „Die aktuellen Zahlen sind kein Grund für Jubelmeldungen.“ Ähnlich FPÖ-Sicherheitssprecher NAbg. Gernot Darmann: Die niedrigen Zahlen seien kein Verdienst der „heimischen Verlierer-Koalition“.
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