Wegen Gast aus Israel
Proteste in Australien laufen völlig aus dem Ruder
In Australien sind am Montag Proteste gegen einen Besuch des israelischen Präsidenten Isaac Herzog aus dem Ruder gelaufen. Tausende Menschen gingen in mehreren Städten auf die Straße, in Sydney schlug vor der Town Hall die aufgeheizte Stimmung schließlich in Gewalt um, weil die Polizei einen Marsch durch die Innenstadt verhinderte.
Die Einsatzkräfte griffen gegen die Demonstranten hart durch, unter anderem mit Tränengas. Das sorgte für Wut und Entsetzen, letztendlich kam es zu 30 Festnahmen wegen Körperverletzung sowie Verstößen gegen die australischen Versammlungsauflagen.
Proteste richten sich gegen Israels Vorgehen in Gaza
Die Polizei sprach von etwa 6000 Teilnehmern, die Veranstalter von bis zu 30.000. Auch in Melbourne und Canberra gab es Protestaktionen. Kritiker werfen Israel in Bezug auf den Gaza-Krieg und die schwierige humanitäre Lage in dem Küstenstreifen Menschenrechtsverletzungen vor.
Einladung wegen Anschlag am Bondi Beach
Hintergrund der Proteste ist die Einladung Herzogs durch die australische Regierung nach dem antisemitischen Anschlag am Bondi Beach, den Herzog am Montag auch besuchte. Bei dem Terroranschlag an dem berühmten Strand in Sydney wurden am 14. Dezember 15 Menschen getötet und mehr als 40 weitere verletzt. Ein Vater und sein Sohn hatten das Feuer auf Besucher eines Festes zum Anlass des jüdischen Feiertags Chanukka eröffnet.
Pfefferspray und mehrere Verletzte
In Videos, die in Medien und sozialen Netzwerken verbreitet wurden, war zu sehen, wie Menschen geschubst, zu Boden gebracht oder festgehalten wurden. Die Sicherheitskräfte hätten unter anderem Pfefferspray eingesetzt, um die Menge zurückzudrängen, berichteten Augenzeugen. Organisatoren und Teilnehmer sagten, mehrere Demonstranten seien verletzt worden. Auch einige Polizisten mussten sich behandeln lassen.
Vorwurf der „staatlichen Gewalt“
Am harten Vorgehen der Einsatzkräfte gab es viel Kritik. Die Grünen-Abgeordnete Sue Higginson betonte, eine „rechtmäßige und friedliche öffentliche Versammlung“ sei mit staatlicher Gewalt aufgelöst worden, weil der Polizei übermäßige Sonderbefugnisse eingeräumt worden seien. „Dutzende bewaffnete Polizisten haben friedliche Mitglieder unserer Gemeinschaft angriffen“, sagte die Politikerin.
Premierminister Anthony Albanese erklärte: „Natürlich sollten Menschen ihre Meinung friedlich äußern können, aber die Polizei hat die Marschrouten klar vorgegeben, um einen friedlichen Ablauf zu gewährleisten.“ Er sei von den Szenen „erschüttert“.










Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.