Pilnacek-U-Ausschuss

Erste Erkenntnis: „Das ist kein sauberes Arbeiten“

Innenpolitik
29.01.2026 09:29

Tag vier im Untersuchungsausschuss rund um das Ableben von Christian Pilnacek – und man zieht nach den Befragungen der Polizeibeamten eine erste, durchaus besorgniserregende Bilanz. Während Grüne und NEOS Defizite in der Ausrüstung und Ausbildung der Polizisten sehen, beklagt die SPÖ vor allem einen Mangel an Pathologen im Land. 

NEOS-Fraktionsführerin Sothie Wotschke sprach bei den Eingangsstatements im Vorfeld der Sitzung davon, dass es einfach „kein sauberes Arbeiten“ sei, wenn die Beamten Formulare, die für eine kriminalpolizeiliche Leichenbeschau nötig seien, schlichtweg nicht mitführen würden und diese dann einfach nicht ausgefüllt würden. Damit würde wohl in vielen Fällen ein wichtiges Puzzleteil wegfallen. Im Fall Pilnacek sei am Ende zumindest eine Obduktion durchgeführt worden.

Das viel besprochene Thermometer
Nina Tomaselli von den Grünen brachte sogar ein Thermometer mit, nachdem am Vortag mehrfach thematisiert worden war, dass die Tatortbeamten just ein ebensolches nicht in ihren Tatortkoffern mitführen würden, um die Wassertemperatur zu kontrollieren – obwohl dies auf der Checkliste für Wasserleichen anzuführen sei. Die Grünen werden jedenfalls eine parlamentarische Anfrage an Innenminister Gerhard Karner stellen bezüglich Ausbildung und Ausrüstung von Kriminalbeamten.

Die Infografik zeigt die Zusammensetzung des U-Ausschusses zur Causa Pilnacek. Den Vorsitz hat Walter Rosenkranz, vertreten durch Peter Haubner und Doris Bures. Die Fraktionsvorsitzenden sind Christian Hafenecker (FPÖ), Nina Tomaselli (Grüne), Andreas Hanger (ÖVP), Sophie Wotschke (NEOS) und Jan Krainer (SPÖ). Christa Edwards und Andreas Joklik sind als Verfahrensrichterin und Verfahrensanwalt genannt. Quelle: APA.

Einen Mangel an Pathologen im Land ortete die SPÖ. Fraktionsführer Kai Jan Krainer sagte im Hinblick auf die durchgeführte Leichenbeschau: „Alle haben das getan, was sie geglaubt haben, zu tun. Da ist das Zusammenwirken jetzt nicht total super, aber das ist jetzt nicht die Kernfrage.“ Bedenklich sei allerdings der „massive Engpass“ an Gerichtsmedizinern im Land, der dazu führe, „dass viele auffällige Todesfälle, nicht untersucht werden“.

ÖVP sieht „Gerüchteküche an Geschmack verlieren“
Die ÖVP sah unterdessen die „Gerüchteküche rund um den Tod von Christian Pilnacek an Geschmack und Substanz verlieren“. Abgeordneter Jakob Grüner forderte „die Fakten auf den Tisch“ und stellte sogar in den Raum, dass die mediale Berichterstattung zu „Verschwörungstheorien“ rund um den Fall Pilnacek geführt habe. Auf Nachfrage der „Krone“ betonte er dann allerdings, dass es selbstredend sehr wohl um politische Einflussnahme gehen müsse und nicht um mediale. 

Die FPÖ in Person von Fraktionsführer Christian Hafenecker beklagte, dass man nach wie vor auf die Erstauswertung der Smartwatch-Daten aus dem Innenministerium und erinnerte mit scharfen Worten an „die Causa Gernot Blümel“. Damals hatte Bundespräsident Alexander Van der Bellen die Herausgabe von Akten an den Untersuchungsausschuss zur Causa Ibiza zwangsangeordnet. Gegen die Angriffe auf den Vorsitzenden Walter Rosenkranz (Stichwort „Treibjagd“-Sager) vermehre man sich: „Die ÖVP will offensichtlich nicht haben, dass man Licht in den schwarzdunklen Sumpf von Rossatz bringt.“

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