Der kurzzeitige Sänger der britischen Band Spandau Ballet, Ross Davidson (Künstlername Ross Wild), ist in einem Prozess um sexuelle Übergriffe schuldig gesprochen worden. Die Strafmaßverkündung folgt, wie in Großbritannien üblich, erst später. Ein Termin dafür steht noch nicht fest.
Der 37-Jährige, der im Jahr 2018 nach dem Ausscheiden von Frontmann Tony Hadley für einige Monate Lead-Sänger der legendären Band wurde, wurde von einer Jury in London in allen Anklagepunkten für schuldig befunden – darunter Vergewaltigung und versuchte Vergewaltigung.
Vor seiner kurzlebigen Karriere mit Spandau Ballett trat Davidson beim Queen-Musical „We Will Rock You“ im Londoner West End auf. Als die Band in den frühen 80er-Jahren ihre größten Erfolge feierte, war er noch nicht einmal geboren.
„Sex auf Abruf“ erwartet
Staatsanwalt Richard Hearnden hatte dem „charmanten und charismatischen“ Davidson vorgeworfen, von Frauen „Sex auf Abruf“ erwartet zu haben, wie die britische Nachrichtenagentur PA aus dem Gerichtssaal berichtete.
Wenn er nicht bekommen habe, was ihm seiner Meinung nach zustand, habe er zu Vergewaltigung und sexueller Nötigung gegriffen, so der Ankläger. Davidson hatte die Vorwürfe mit einer Ausnahme abgestritten.
Nicht erstes Mal vor Gericht
Die Taten sollen sich zwischen 2015 und 2019 in London und während einer Reise in Thailand abgespielt haben. Davidson zufolge waren die sexuellen Handlungen mit den beiden Opfern, die er per Dating-App Tinder kennengelernt hatte, einvernehmlich. Dagegen sprach jedoch, dass der Sänger die Frauen nach deren Angaben im Schlaf attackiert hatte.
Davidson war bereits im Jahr 2024 wegen Vergewaltigung, zwei Fällen sexueller Nötigung und Voyeurismus für schuldig befunden worden. Damals waren vier Frauen von den Taten betroffen. Bei der Verkündung des Strafmaßes sollen beide Verurteilungen berücksichtigt werden, hieß es in einer Mitteilung der Metropolitan Police.
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