Heizung ausgefallen
Holocaust-Überlebende in Wohnung in Kiew erfroren
Sie hat das schlimme Terrorregime der Nationalsozialisten überlebt, doch die russischen Angriffe auf die Infrastruktur in der Ukraine wurden ihr nun zum tödlichen Verhängnis. Die Holocaust-Überlebende Jewgenia Besfamilnaja wurde erfroren in ihrer Wohnung in Kiew entdeckt.
Russische Raketen hatten Strom und Heizung in Tausenden Wohnsilos der ukrainischen Hauptstadt lahmgelegt, als die Temperaturen draußen auf bis zu minus 18 Grad Celsius fielen. Sie wurde bereits am 13. Jänner erfroren in ihrer Wohnung von Installateuren gefunden. Ihre Balkontür sei offen gestanden.
Geplatztes Wasserrohr überflutete Wohnung
Laut dem Nachrichtenportal „Euromaidan Press“ war ein Rohr in ihrer Wochung geplatzt, ihre Wohnung wurde überflutet und gefror. Auch ihr Bett soll vollkommen vereist worden sein. Laut „Nowaja Gaseta Europa“ habe sie einer Eisskulptur geglichen – „ein Denkmal für ein weiteres Holocaust-Opfer, das Adolfs ideologische Nachfahren mehr als 80 Jahre später vorfanden“, schrieb die Zeitung.
Wann die ältere Frau genau starb, ist unbekannt. Nachbarn hatten sie zuletzt Anfang Jänner auf den Stufen des Gebäudes gesehen. Sie habe mehrere Schichten an Kleidung getragen – aber keinen Mantel. Die Holocaust-Überlebende habe sehr zurückgezogen gelebt.
Als Säugling war die Frau, die „Baba Zhenya“ genannt wurde, war Anfang der 1940er-Jahre den Deportationen nach Babyn Jar entkommen. In dieser Schlucht wurden über 33.000 Juden an nur zwei Tagen im September 1941 erschossen. Diese Tragödie gilt als das größte Einzelmassaker im Zweiten Weltkrieg in Europa. Die Überlebende wuchs „Euromaidan Press“ zufolge danach in einem Waisenhaus auf.
Dort bekam sie auch ihren Nachnamen Besfamilnaya, was „namenlos“ oder „ohne Familie“ bedeutet. Es war nichts über Verwandte oder ihre Familiengeschichte bekannt.

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