Maßnahmen in Aussicht

Sinkende Rohölpreise werden nicht weitergegeben

Innenpolitik
28.01.2026 15:38
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach den Lebensmittelpreisen will Österreichs Regierung nun die Treibstoffpreise senken. Zunächst ist eine Sonderprüfung geplant, da reduzierte Rohölpreise nicht an den Zapfsäulen ankommen. Konsumentenschutz-Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) sagte, dass herausgefunden werden müsse, wo die Preiserhöhung entstehe.

„Menschen, die auf das Auto angewiesen sind, müssen sich darauf verlassen können, dass sinkende Rohölpreise auch an der Zapfsäule weitergegeben werden“, sagte Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP). Das Preisniveau in Österreich sei zwar im europäischen Vergleich gering, entscheidend sei aber die Transparenz für die Konsumentinnen und Konsumenten. Mobilitätsclubs wie der VCÖ sagen, dass Österreichs Spritpreise im EU-Mittelfeld liegen. Günstiger sind diese zum Beispiel in Bulgarien, Malta und Zypern.

„Seit dem Jahr 2022 hat sich der Rohölpreis etwa halbiert, die Preise an der Zapfsäule sind aber nur um rund 30 Prozent gesunken. Allein im Jahr 2025 ist der Ölpreis um fast 30 Prozent gefallen, während die Spritpreise quasi stillstehen. Das ist nicht nachvollziehbar (...)“, sagte Konsumentenschutz-Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ). Daher müsse herausgefunden werden, wo in der Kette von den Märkten zu den Tankstellen die Preiserhöhung entstehe. Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) hatte zuletzt Maßnahmen der Regierung in Aussicht gestellt, sollten die höheren Tarife nicht nachvollziehbar sein.

Nach den Lebensmittelpreisen nimmt sich Österreichs Regierung jetzt die Treibstoffpreise vor.
Nach den Lebensmittelpreisen nimmt sich Österreichs Regierung jetzt die Treibstoffpreise vor.(Bild: P. Huber)

Wer in der Kommission vertreten ist
In der Preiskommission sind Vertreterinnen und Vertreter der Arbeiterkammer (AK), des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB), des Sozialministeriums, des Finanz- und Wirtschaftsministeriums, des Umweltministeriums sowie der Landwirtschaftskammer. „Die aktuell hohen Preise belasten Pendlerinnen und Pendler ebenso wie Haushalte, die mit Öl heizen (...). Ursachen zu erkennen ist gut – gegen ungerechtfertigte Preissteigerungen auch wirksam eingreifen zu können, ist noch besser“, sagte ÖGB-Bundesgeschäftsführerin Helene Schuberth in einer Aussendung.

Laut dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK) haben Kraft- und Schmierstoffe mit 4,4 Prozent ein erhebliches Gewicht im Warenkorb des Harmonisierten Verbraucherpreisindex und daher eine Bedeutung für die Inflation. Aus der ökonomischen Forschung sei bekannt, dass Preissenkungen im Großhandel oft nur verzögert oder unvollständig an Konsumentinnen und Konsumenten weitergegeben würden, während Preiserhöhungen rasch und vollständig ankämen.

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