Wiener Konzerthaus

Schubert für alle als erfrischendes Wunschkonzert

Kultur
28.01.2026 14:18

Julian Prégardien setzt sein interaktives Format „Schubert für alle“ im Konzerthaus fort. Mit Pianist Daniel Heide und Sopranistin Erika Baikoff erfüllte der Tenor wieder spontan Wünsche des begeisterten Publikums. Was bereits feststeht: Die Reihe wird kommende Saison wieder geben.

Zwei Sänger, ein Pianist, eine Gesamtausgabe der mehr als 600 Lieder von Franz Schubert und ein neugieriges Publikum – die Zutaten für das Projekt „Schubert für alle“ sind einfach. Und doch sprengt das neue Format im Wiener Konzerthaus die gängigen Formen – auf sehr lebendige und sympathische Weise. Tenor Julian Prégardien und Pianist Daniel Heide luden am Dienstag zum zweiten Mal zu einem schwungvoll moderierten Schubert-Wunschkonzert. Als Gast hatten sie diesmal die junge Sopranistin Erika Baikoff mit dabei. Passenderweise im (ausverkauften) Schubert-Saal sangen die beiden auf Zuruf aus dem umfangreichen Liedschaffen des Komponisten.

Lange bitten lassen musste sich das Publikum nicht, die Titel-Vorschläge prasselten nur so ein auf die Künstler, die zwischen den Stücken Details aus  Schuberts Leben erzählten oder über die Bedeutung der Lieder nachdachten. Trotz der Spontanität und Interaktivität der Programmauswahl schmiedeten die drei Musiker einen feinen dramaturgischen Bogen.

Zart, lodernd und dramatisch
Auf ein berückend zartes „Du bist die Ruh“ (Prégardien) und eine lodernde „Auflösung“ (Baikoff) folgte der dramatische „Zwerg“ (gesungen mit spontan verteilten Rollen). Auf das selten gespielte „Viola“ folgten die „Nachtviolen“. Mit dem innigen Morgengruß aus der „Müllerin“ erfüllte Prégardien einen Wunsch zum Hochzeitstag eines anwesenden Paares. Zum Finale gab es dann Lieder aus dem Element Wasser – von „Auf dem Wasser zu singen“ über „Fischers Liebesglück“ bis zur „Forelle“. Allesamt fein gestaltet, teilweise in Strophen abwechselnd, teils zweistimmig interpretiert.

Die drei Musiker näherten sich den Liedern mit viel Klarheit und spürbarer Musizierfreude. Sie begegneten Schubert mit großer Unmittelbarkeit und stellten eine geradezu unschuldige Emotion in den Raum, die noch nicht verstellt ist von der Reflexion. Sopranistin Baikoff überzeugte mit einer Bandbreite von Nuancen und Farben, Daniel Heide zeigte sich als spontaner und sehr humorvoller Klavierpartner. Und Prégardien bewegt sich in Schubert sowieso, als wäre er darin zuhause.

Lebendig und nahbar
Im ersten Teil präsentierten die drei ein fein kuratiertes Geburtstagsständchen, das sie der Beziehung Schuberts zu Wolfgang Amadeus Mozart widmeten. Taggenau an dessen 270. Geburtstag kombinierten sie Vertonungen der beiden derselben Dichter, machten musikalische Bezüge sichtbar und lasen Auszüge aus Schubert-Briefen. 

Überhaupt setzt dieses Format auf die Weiterentwicklung durch das Publikum, das eingeladen ist, Eindrücke und Anregungen zum Konzert zu hinterlassen. Was bereits feststeht: Die Reihe wird nach dem nächsten Termin am 18. April auch kommende Saison fortgesetzt. Ein sehr sympathischer und erfrischender Weg. So lebendig, nahbar und unprätentiös kann das sogenannte Kunstlied sein.

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