99ers in Bruneck:

Dezimiert zum „Elefanten-Schmaus“

Sport-Nachrichten
28.01.2026 07:00

Die 99ers müssen am Mittwoch in Bruneck gegen die „Raketen“ von Pustertal sieben Mann vorgeben. Coach Dan Lacroix sieht das als Chance für die „Geburt“ von neuen Anführern.

„Besser, wir haben jetzt Gegenwind als im Play-off!“ Mit der Gelassenheit von elf Jahren Trainerdasein in der NHL nimmt 99ers-Coach Dan Lacroix die jüngste Ausfallorgie beim Grazer Eishockey-Team zur Kenntnis.

Nach Swaney und Hora hat der Verletzungsteufel vor dem heutigen Match in Bruneck (19.45) auch Holzer, Brunner und Bailen außer Gefecht gesetzt, dazu sind Vela und Currie gesperrt. Deshalb stehen der rekonvaleszente Anders Koch und die Kooperationsspieler Reiner und Krainz im Kader. „Drei Mann (Bailen, Currie, Vela) unserer Powerplay-Formation, darunter unser Topscorer, stehen nicht zur Verfügung“, so der Kanadier, „jetzt müssen eben andere Verantwortung übernehmen. Das ist ihre Chance! Pustertal wird jedenfalls ein harter Brocken. Die haben das schnellste Team der Liga. Aber meine Jungs sind gute Eisläufer und recht smart.“

Seinem Team vertraut der 56-jährige Mann aus Montreal voll: „Mich hat gefreut, dass wir zuletzt gegen Salzburg gezeigt haben, dass wir bereit sind, auch wenn ich gerne gewonnen hätte. Aber wir haben alles richtig gemacht. Beim 0:3 zuvor in Salzburg sind viele Spieler gegen den harten Gegner entweder erstarrt oder geflüchtet. Ich habe ihnen dann eindrücklich gesagt, dass man nicht immer glatte Abende auf der ’Main Street’ erlebt, man muss auch bereit sein für eklige Partien in der ’Gasse’. Wer das nicht kann, wird niemals Meister! Aber diesmal haben sie den Kampf angenommen. Das macht mich stolz.“

Der harte Kampf seiner 99ers gegen Salzburg machte den Coach stolz.
Der harte Kampf seiner 99ers gegen Salzburg machte den Coach stolz.(Bild: GEPA)

Und die Härteexzesse gegen Salzburg (nach denen „Bulle“ Tyler Lewington wegen eines gezeigten Stinkefingers für fünf Spiele gesperrt wurde)? „Mir ist lieber, ich muss meine hochmotivierten Jungs etwas zurückhalten, als ich müsste sie treten“, nimmt Lacroix die Sperren von Vela und Currie in Kauf.

Natürlich wird eifrig gerechnet, ob sich im Grunddurchgang Rang zwei und ein CHL-Ticket ausgehen werden – wozu der Coach in der Kabine bezüglich der großen Aufgabe eine Frage stellte: „Wie isst man einen Elefanten?“ Nach betretenem Schweigen löste er auf: „Einen Bissen nach dem anderen!“ Heißt: „Wir nehmen Spiel für Spiel.“

PS: Mit einem Zähler (oder einem Punkteverlust von Wien gegen Villach) wären die 99ers fix in den Top-Sechs und im Viertelfinale. Nach dem Triple diese Woche gegen Pustertal, Vorarlberg und Innsbruck steht (in der aktuellen Situation recht günstig) das internationale Break an – danach dürften Holzer, Bailen, Hora, Swaney, Vela und Currie wieder dabei sein.

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