Gläubige in Müllendorf im Burgenland müssen nach wie vor in einem Ausweichquartier die heilige Messe feiern. Viele fragen sich, wann sie wieder ins Gotteshaus dürfen, das seit mittlerweile mehr als zwei Jahren aus Sicherheitsgründen gesperrt ist.
Bereits 2020 durfte das Gebäude vorübergehend nicht betreten werden und wurde 2021 nach einer Sanierung schließlich wieder für Gläubige geöffnet. Im Winter 2023 kam es dann zu einer erneuten Sperre, die bis heute andauert.
Risse, lose Teile
Der Grund dafür sind Risse im Mauerwerk und Teile des Innenputzes, die sich abgelöst hatten. Das Gotteshaus stehe teilweise auf einem unsicheren Fundament, einem tonhältigen, porösen Boden, heißt es. Erschütterungen durch Beben in der Vergangenheit könnten ebenfalls einen Teil dazu beigetragen haben, dass die Kirche nun nicht mehr sicher für Besucher ist.
Das Abhalten von Messen ist in dem mehr als 100 Jahre alten Gebäude derzeit nicht möglich. Der Gottesdienst wird daher seit zwei Jahren in der Friedhofshalle gefeiert. Während Weihnachten wurde auf die Mehrzweckhalle ausgewichen, da diese mehr Platz für Besucher bietet. Doch niemand in der Gemeinde will, dass dies zu einer Dauerlösung wird.
Selbst wenn die Feiern in den beiden Hallen auch sehr schön seien, eine Kirche sei eben eine Kirche, meint auch Pfarrer Damian Prus. Die Gläubigen würden regelmäßig fragen, wie es nun mit dem Gotteshaus weitergehe. Nach wie vor sei aber vor allem Geduld gefragt.
Komplexes Problem
Der Grund dafür ist die Komplexität des Problems. Geologen, Statiker und weitere Experten sind damit beschäftigt. Laut Bürgermeister Werner Huf ist nur ein Teil des Fundaments instabil. „Es ist auch für uns als Gemeinde sehr unangenehm, weil wir ständig von der Bevölkerung darauf angesprochen werden“, sagt Huf.
Der Bürgermeister drängt daher darauf, dass endlich konkrete Zahlen bei der Kostenschätzung genannt werden. Auch Pfarrer Prus hofft, dass bald Bewegung in die Sache kommt und vielleicht schon im Frühling etwas weitergehen könnte.
Hohe Kosten
Von der Diözese heißt es dazu, dass jetzt der Kostenrahmen erhoben worden sei. Als Nächstes werde man in Gespräche bezüglich der Finanzierung gehen. Und darin besteht auch die eigentliche Herausforderung. Laut grober Schätzung der Diözese werden sich die Kosten bei bis zu zwei Millionen Euro bewegen. 1,5 Millionen Euro dürften allein für die statische Sanierung fällig werden, zusätzlich sind noch Arbeiten an der Fassade notwendig.
Geldgeber gesucht
Diese Summe wird die Diözese bzw. die Pfarre nicht allein stemmen können. Deswegen wird gehofft, dass auch Gemeinde, Land, Bund und Bundesdenkmalamt einen Beitrag leisten werden. Aktuell wird versucht, die Finanzierung sicherzustellen. „Es werden alle zusammengreifen müssen“, heißt es aus dem Bischofshof. Die Pfarre freue sich über jeden Wohltäter, der sich an der Finanzierung beteiligen wolle.
Gläubige müssen weiter warten
Zeitplan gibt es noch keinen. „Wir hoffen, dass wir im März mehr sagen können“, wird im Bischofshof erklärt. Doch selbst wenn man sofort mit den Sanierungsarbeiten beginnen würde, würde es voraussichtlich ein Jahr dauern, bis wieder Messen in der Kirche abgehalten werden könnten, und ein weiteres Jahr, bis sämtliche Arbeiten abgeschlossen wären.
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