


Das Siegerprojekt für den Museumspavillon bei der KZ-Gedenkstätte Loibl-Nord wurde gekürt: Kärntner Architekten errichten ein Gebäude, das erinnert, mahnt, ganzjährigen Ausstellungsbetrieb ohne ständiges Personal, aber auch Workshops ermöglicht.
In den 1940ern mussten KZ-Häftlinge den Loibltunnel graben – ohne die üblichen Sicherheitsvorkehrungen, ohne medizinische Versorgung, als Sklaven. „Im Juli 1944 erreicht die Zahl der Häftlinge im Nordlager mit 580 ihren Höchststand. Hier sind vor allem Polen, Sowjets und Jugoslawen inhaftiert“, erinnert „Mauthausen Memorial“.



Für Ausstellungen ohne ständiges Personal und für Workshops
Im Vorjahr, im Erinnerungsjahr 2025, 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, wurde der Wunsch nach einer würdigen und funktionalen Gedenkstätte am Ort der einstigen Baracke am Loibl-Nord immer größer. „Die Aufgabe war, ein architektonisch qualitätsvolles Gebäude zu konzipieren, das rund um die Uhr und ohne Personal seine Ausstellungsfunktion erfüllt, aber auch einen Raum für Workshops, Seminare und Veranstaltungen sowie Sanitärbereiche bietet“, fast Wolfgang Muchitsch, der Direktor des „kärnten museum“ zusammen. Das Landesmuseum steht hinter Errichtung und Erhaltung und hat für 99 Jahre das Baurecht auf dem 870 Quadratmeter großen Grundstück zwischen Tunnel und einstiger Baracke, das Mauthausen Komitee bespielt den Pavillon.
Acht Teams im Wettbewerb
Acht Architekturteams nahmen am Wettbewerb teil, darunter auch welche aus Frankreich, Polen und dem heutigen Slowenien, also aus jenen Ländern, aus denen die meisten KZ-Häftlinge am Loibl gekommen waren. Die Jury unter dem Vorsitz von Wolfgang Dietrich kürte nun ein Kärntner Team zum Sieger: Čertov/winkler+ruck Architekten.
Das Thema hat uns sehr berührt. Neben der Würde geht es auch um die Bespielung an 365 Tagen und die Möglichkeit eines Seminarraumes.
Roland Winkler von Čertov/winkler+ruck Architekten
„Denken Sie an ein Insekt im Bernstein. Wir gießen quasi Beton über die nicht mehr vorhandene Baracke; die fehlende Baracke im Beton ist also wie eine Skulptur, wie ein Tunnel“, erklärt Roland Winkler. Dazu kommen Vitrinenelemente, die rund um die Uhr 365 Tage im Jahr von der Geschichte der Häftlinge erzählen. Mit Toren kann der Raum geschlossen und für Gruppen genutzt werden.
„Das sechs Meter hohe Kunstwerk von Seiji Kimoto wird im nordöstlichen Eingangsbereich aufgestellt“, so Kulturreferent Landeshauptmann Peter Kaiser.
Laut Muchitsch werden für den Museumspavillon 800.000 Euro notwendig sein, 500.000 davon kommen von der 100 Jahre-Kelag-Privatstiftung, der Rest aus LEADER-Mitteln und vom Landesmuseum. „Ich freu’ mich auf die Eröffnung“, so Reinhard Draxler vom Kelag-Vorstand. Und die könnte im heurigen Herbst, spätestens im nächsten Frühling gefeiert werden.
Die eingereichten Projekte sind bis 1. Februar im Atrium im „kärnten museum“ zu sehen.
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