Mehr als 124.000 Besucher im Haupthaus in Klagenfurt und an zwölf Außenstellen freut sich das kärnten museums-Team. Heuer kommen mit dem Kreuzberglstollen und dem Pavillon beim KZ am Loibl zwei weitere Standorte dazu. Übrigens hat das kärnten museum Österreichs zweitgrößte Sammlung ägyptischer Objekte!
„Acht Prozent Besuchersteigerung – 124.000 Besucherinnen und Besucher im Vorjahr! Chapeau! Das ist eine Bestätigung, dass der Weg richtig ist!“, so Kulturreferent Landeshauptmann Peter Kaiser. Und der Weg des Kärnten Museums führt wieder zu neuen Stationen: Zu den derzeit zwölf Außenstellen kommen heuer zwei weitere dazu.
Stollensystem am Kreuzbergl wird wieder bespielt
Das kärnten museum hat die frühere Kreuzberglstollen-Anlage von der Stadt Klagenfurt für 25 Jahre gemietet. Am 19. Juni soll dort unter dem Projektnamen „Über.Leben“ Eröffnung gefeiert werden. Der ehemalige Steinbruch, der im Zweiten Weltkrieg auch als Luftschutzbunker diente und bis 2015 als Bergbaumuseum bekannt war, soll ganzjährig geöffnet sein.
Auf 600 Quadratmetern soll er seinen eigenen Werdegang und die Geschichte des Lindwurms – das Wahrzeichen am Neuen Platz wurde ja aus Kreuzberglschiefer gefertigt – erzählen, mehr über dort lebende Tiere wie die Fledermäuse verraten und im Winter Pflanzen des davor liegenden Botanikzentrums beherbergen. Geschichte, Geowissenschaft, Botanik und Zoologie sind also die großen Themenfelder im alten Stollensystem.

Neuer Museumspavillon bei der KZ-Gedenkstätte am Tunnelnordportal
Ebenfalls als neuer Standort kommt der geplante Museumspavillon bei der KZ-Gedenkstätte Loibl-Nord zum kärnten museum dazu. Wo einst die Grenzpolizeistation gestanden war, entsteht ein Pavillon, für den ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben war. „Nächsten Freitag wird das Siegerprojekt präsentiert“, so kärnten museum-Direktor Wolfgang Muchitsch. Spätestens 2027 soll der rund 150 Quadratmeter große Museumspavillon eröffnet werden. Dieser Ausstellungsraum soll ganzjährig und ohne Personal Wissenswertes zum KZ erzählen, in dem in den 1940ern Häftlinge hausen und den Tunnel graben mussten.
Neue Wege in Maria Saal
„Ein Architekturwettbewerb für einen Masterplan im Freilichtmuseum in Maria Saal ist bereits gelaufen“, so Muchitsch. Das Spittaler Architekturbüro „Hohengasser Wirnsberger Architekten“ soll nun Detaillösungen entwickeln, die im Freilichtmuseum für Sichtachsen und logische Wege sorgen sowie Räume für Workshops entstehen lassen. Umgesetzt werden die Ideen dann Schritt für Schritt.
Museumsarbeit ist Teamarbeit; ich habe ein großartiges Team! Danke!
Wolfgang Muchitsch, kärnten museum-Direktor
Umgestaltung auch am Magdalensberg
Ideen von Architekten sind heuer auch für den Archäologischen Park am Magdalensberg gefragt, wo gemeinsam mit der Gemeinde Magdalensberg ein Masterplan für die Weiterentwicklung der interessanten Ausgrabungsstätte erarbeitet werden soll. Im alten Grabungsgebäude sollen Ausstellungsräume entstehen, wodurch die seit 1948 so bedeutende Ausgrabungsstätte ganzjährig geöffnet bleiben kann.
Wichtig im heurigen Ausstellungsjahr ist natürlich der 100. Geburtstag, den die große Schriftstellerin Ingeborg Bachmann am 25. Juni feiern würde. Am 18. Oktober wird eine Sonderausstellung eröffnet – mit Special Guest Anselm Kiefer. Der Maler, Bildhauer und Bachmann-Bewunderer wird im Vorgarten des Bachmann-Hauses in der Henselstraße eine Bronzeskulptur aufstellen – ein Werk des berühmten Künstlers, das bleiben soll! „Auch Kooperationen mit der freien Szene sind angedacht“, verrät Museumschef Muchitsch. „Und im Gailtalmuseum wird ebenfalls ein Bachmann-Raum eingerichtet, denn aus dem Gailtal stammt ja Bachmanns Familie.“
Das kärnten museum ist unverzichtbar für die Gesellschaft – und das Haus und seine Standorte entwickeln sich stetig weiter.
Peter Kaiser, Kulturreferent und Landeshauptmann
Auf Kooperationen setzt das kärnten museum auch weiterhin: Beispielsweise mit dem Alpenverein in der Sonderschau „Hoch in den Alpen – Gletscher, Fauna, Wege“, mit Burg Taggenbrunn, vielleicht auch mit dem Schulmuseum in Klagenfurt. Der Carinthische Sommer macht das Museum am 2. Juli zum Klangraum. Die Gustav Mahler-Privatuniversität ist für das Multimedia-Projekt „Cosìfantutte“ im Februar im Museum. „Unkrautfrei“ heißt es im Juli in Reinhard Eberharts Ackern-Nachfolgeformat im Freilichtmuseum in Maria Saal. Die Sonderschau „Für das Kind“ thematisiert die Kindertransporte zur Rettung jüdischer Kinder.
Im Oktober heißt es in Klagenfurt „Ägypten Schauen“: „Das kärnten museum hat Österreichs zweitgrößte Ägyptische Sammlung – sie umfasst knapp 500 Objekte“, freut sich Muchitsch. 350 Objekte wurden ab 2013 an der Uni München wissenschaftlich aufgearbeitet. Einige Aspekte der Sammlung, die auf den Geschichtsverein zurückgeht, werden ab 2. Oktober im Atrium im kärnten museum gezeigt.
Das kärnten museum ist mit seinen Standorten ein Haus der Bildung, Begegnung, Konversation und Konfrontation; ein Lernort, der Gesellschaft mitgestaltet.
Igor Pucker, Vorsitzender des Kuratoriums des Landesmuseums für Kärnten
Künstler aus der Steiermark und aus Kärnten beleuchten Herkunft, Identität und kulturelle Eigenheiten der beiden Bundesländer mit Humor und Tiefgang. Die vier Abende mit Kabarett, Literatur, Musik, Theater stehen unter dem Motto „Kernöl trifft Kasnudl“ und sind der humorvolle Rahmen zur Sonderausstellung „AUFBRUCH! Kärnten-Steiermark“, die noch bis 20. September 2026 ins kärnten museum nach Klagenfurt und bis 6. Jänner 2027 ins Museum für Geschichte nach Graz lockt.
Den Auftakt macht am Donnerstag, 22. Jänner, der Schauspieler Johannes Silberschneider, der mit der Formation „Stub’n Tschäss“ steirische Mundart-Gedichte mit Musik verbindet. Am 5. März feiert Kabarettist Christian Hölbling mit seinem Solo-Programm „Der Wechselseitige“ Premiere und nimmt das Publikum mit auf eine satirische Reise zwischen seinen steirischen Wurzeln und der Kärntner Wahlheimat.
Am 28. Mai gastiert das Grazer Theater im Bahnhof mit dem Abend „Tunnelblick“, der sich spielerisch und offen der neuen Verbindung zwischen Graz und Klagenfurt widmet – mit bewusst ungewissem Ausgang.
Den Abschluss bildet am 10. September das erste gemeinsame Projekt des Satirikers Antonio Fian und des Jazz-Saxophonisten Wolfgang Puschnig, die ein musikalisch-literarisches Porträt Kärntens zeichnen.
Alle Veranstaltungen beginnen um 19.30 Uhr im kärnten museum. Karten (25 Euro) an der Museumskassa oder unter: https://shop.kaernten.museum
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